Polizei schlägt bei illegalen Autovermietungen zu: Luxusautos und Schmuck sichergestellt
Razzia gegen illegale Autovermietungen: Luxusautos beschlagnahmt

Polizei schlägt bei illegalen Autovermietungen zu: Luxusautos und Schmuck sichergestellt

In einem spektakulären Schlag gegen organisierte Kriminalität haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Berlin und Brandenburg zugeschlagen. Bei groß angelegten Durchsuchungen an insgesamt 16 Orten wurden vier Luxuskarossen, darunter ein Rolls-Royce, sowie hochwertiger Schmuck und umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt. Die Aktion richtete sich gegen ein Netzwerk illegaler Autovermietungen, das systematisch Versicherungen betrogen haben soll.

Sechs Beschuldigte im Visier der Ermittler

Ermittelt wird gegen sechs Männer im Alter von 33 bis 46 Jahren, die ein ausgeklügeltes System zur illegalen Autovermietung aufgebaut haben sollen. Sie vermieteten hochwertige Fahrzeuge, versicherten diese jedoch als Privatfahrzeuge, um so die Versicherungsprämien zu drücken und erhebliche Gewinne zu erzielen. Der entstandene Schaden für die Versicherungen beläuft sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf mindestens 111.400 Euro, wobei der tatsächliche Umsatz der illegalen Geschäfte um ein Vielfaches höher gewesen sein soll.

Während der Razzia wurden drei der Beschuldigten im Alter von 37, 39 und 46 Jahren vorübergehend festgenommen. Die anderen drei Männer konnten nicht angetroffen werden. Die Durchsuchungen erfolgten in mehreren Berliner Bezirken, darunter Tempelhof-Schöneberg, Steglitz-Zehlendorf, Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf, Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg, sowie in den brandenburgischen Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Dahme-Spreewald.

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Monatelange Ermittlungen münden in erfolgreichen Einsatz

Der groß angelegten Polizeiaktion gingen monatelange, intensive Ermittlungen voraus, an denen auch Zollfahnder beteiligt waren. Nun müssen die sichergestellten Dokumente, Datenträger und elektronischen Geräte ausgewertet werden, um das volle Ausmaß der kriminellen Aktivitäten aufzudecken. Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) werteten den Einsatz als vollen Erfolg im Kampf gegen die organisierte Kriminalität.

„Es ist sehr gut, dass das entschlossene Vorgehen gegen kriminelle Autovermietungen im Land Berlin Erfolg zeigt“, erklärte Innensenatorin Spranger. Justizsenatorin Badenberg ergänzte: „Dieser Fall macht deutlich, mit welcher kriminellen Energie wirtschaftliche Strukturen missbraucht werden, um erhebliche Gewinne zu erzielen und staatliche Regeln gezielt zu umgehen.“

Organisierte Kriminalität nutzt Firmenkonstrukte

Insbesondere in Metropolräumen wie Berlin beobachten Polizei und Justiz seit längerem, dass extra gegründete Firmen Mitgliedern der organisierten Kriminalität Fahrzeuge zur Verfügung stellen, die dann für schwere Straftaten genutzt werden. Das Berliner Landeskriminalamt geht von etwa 60 solcher Unternehmen mit rund 2.200 Fahrzeugen im Jahr 2025 aus.

Um gegen diese kriminellen Geschäftsmodelle vorzugehen, leitet die Polizeibehörde das europaweite Projekt „Rent“ (englisch für Miete). Dieses Projekt zielt darauf ab, die Strukturen illegaler Autovermietungen aufzudecken und zu zerschlagen, bevor die Fahrzeuge für weitere Straftaten eingesetzt werden können. Die aktuelle Razzia zeigt, dass die Behörden in ihrer Entschlossenheit, gegen solche kriminellen Machenschaften vorzugehen, nicht nachlassen.

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