Artemis-II-Mission: So essen Astronauten auf ihrer Reise um den Mond
Kein Kühlschrank, keine Nachlieferung, keine frischen Lebensmittel – und dennoch müssen die Astronauten der Artemis-II-Mission für ihren historischen Flug um den Mond fit und leistungsfähig bleiben. Die NASA hat dafür ein ausgeklügeltes und durchdachtes Ernährungssystem entwickelt, das alle Herausforderungen der Raumfahrt berücksichtigt.
Ein ausgeklügeltes Ernährungssystem für extreme Bedingungen
Alle Mahlzeiten befinden sich an Bord des Orion-Raumschiffs. Jeder Happen ist sicher, lange haltbar und speziell für die Zubereitung in der Schwerelosigkeit konzipiert. Ernährungsexperten arbeiten eng mit der Crew – bestehend aus Jeremy Hansen, Reid Wiseman, Christina Koch und Victor Glover – zusammen, um Kalorien, Flüssigkeit und Nährstoffe optimal abzustimmen.
Persönliche Vorlieben werden berücksichtigt, was sich sogar in der Mitnahme von fünf verschiedenen Saucen mit unterschiedlichem Schärfegrad zeigt. Die individuelle Abstimmung ist entscheidend für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Astronauten während der anspruchsvollen Mission.
Haltbarkeit und Sicherheit haben oberste Priorität
Die Lebensmittel müssen vor allem haltbar, sicher und nährstoffreich sein. Gleichzeitig müssen sie in die strengen Grenzen von Masse, Volumen und Energieverbrauch an Bord passen. In der Schwerelosigkeit ist zudem die einfache Handhabung entscheidend – Krümel sind absolut tabu, da sie die empfindlichen Systeme des Raumschiffs gefährden könnten.
Im Alltag der Mission gibt es feste Zeiten für Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie zwei Getränke pro Tag. Zur Auswahl stehen beispielsweise Kaffee, Erdbeer-Frühstücks-Drinks, Mango-Pfirsich-Smoothies oder Limonaden. Die Auswahl bleibt bewusst begrenzt, da nur eine bestimmte Menge an Vorräten transportiert werden kann.
Ein erprobtes Konzept mit kontinuierlicher Entwicklung
Artemis II setzt auf ein vollständig vorab geplantes Menü ohne jegliche Versorgung von außen. Die Astronauten testen und bewerten alle Speisen im Vorfeld intensiv. Daraus entstehen individuelle Menüpläne, die früh festgelegt und in praktischen Portionen für mehrere Tage verpackt werden – dies ermöglicht mehr Flexibilität während des Fluges.
Besonders beliebt bei der Crew sind Tortillas, von denen insgesamt 58 Stück an Bord sind. Ebenso stehen vegetarische Quiche, Frühstückswürstchen, Makkaroni mit Käse, Blumenkohl und verschiedene Nüsse auf dem Speiseplan. Die Zubereitung variiert je nach Flugphase: Gefriergetrocknete Nahrung benötigt Wasser aus dem Bordsystem, das nicht immer verfügbar ist. In solchen kritischen Phasen kommen speziell verzehrfertige Lebensmittel zum Einsatz.
Einfache Technik bei klaren Anforderungen
Die Nahrung ist entweder sofort verzehrfertig oder kann mit Wasser aus dem Bordsystem aufgegossen werden. Haltbar gemacht wird sie durch schonende Hitze oder Bestrahlung. Insgesamt gilt das Prinzip: maximale Sicherheit und optimale Nährstoffversorgung bei minimalem Aufwand – perfekt angepasst an die engen und anspruchsvollen Bedingungen eines kleinen, autarken Raumfahrzeugs.
Dieses durchdachte System stellt sicher, dass die Astronauten während ihrer Reise um den Mond nicht nur überleben, sondern bei bester Gesundheit und höchster Leistungsfähigkeit bleiben. Die NASA setzt damit neue Maßstäbe für die Ernährung bei Langzeitmissionen im Weltraum.



