Im Landkreis Stendal hat die Behörde einen neuen Sperrbezirk eingerichtet, nachdem ein weiterer Fall der Amerikanischen Faulbrut (AFB) nachgewiesen wurde. Diese hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit bedroht Bienenvölker und erfordert strenge Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Erweiterter Sperrbezirk im Süden Stendals
Der Landkreis Stendal teilte mit, dass im Süden der Hansestadt eine weitere Ausbreitung der Seuche festgestellt wurde. Bereits im Oktober 2025 war ein erster Ausbruch in einem Bienenstand im Ortsteil Borstel aufgetreten. Daraufhin wurde ein Sperrbezirk eingerichtet, der nun aufgehoben wurde. An seine Stelle tritt ein neuer, erweiterter Sperrbezirk, der die nördlichen Ortsteile Borstel und Uenglingen sowie die südlichen Teile Wahrburg und Bindfelde umfasst.
Untersuchungspflicht für Bienenvölker
Innerhalb dieses erweiterten Sperrbezirks müssen alle Bienenvölker ab sofort untersucht werden. Dies ist Teil einer sogenannten Allgemeinverfügung, die der Landkreis erlassen hat. Ziel ist es, sicherzustellen, dass sich die Tierseuche nicht weiter verbreitet. Die Amerikanische Faulbrut ist eine meldepflichtige Seuche, die für Bienenvölker tödlich sein kann. In den vergangenen Jahren gab es laut Landesamt für Verbraucherschutz in Sachsen-Anhalt nur sehr wenige Fälle dieser Krankheit.
Der erste Fall im Oktober 2025 war in einem Bienenstand im Ortsteil Borstel festgestellt worden. Die Behörden reagierten damals mit der Einrichtung eines Sperrbezirks. Nun, nach dem erneuten Ausbruch, wurden die Maßnahmen verschärft und ausgeweitet. Imker in den betroffenen Gebieten sind aufgefordert, ihre Völker auf Symptome der Amerikanischen Faulbrut zu untersuchen und verdächtige Fälle unverzüglich zu melden.
Die Amerikanische Faulbrut wird durch das Bakterium Paenibacillus larvae verursacht und befällt die Brut der Honigbiene. Die Sporen des Bakteriums sind extrem widerstandsfähig und können jahrzehntelang im Boden oder in Waben überleben. Eine frühzeitige Erkennung und konsequente Bekämpfung sind daher entscheidend, um die Seuche einzudämmen. Der Landkreis Stendal bittet die Bevölkerung, die angeordneten Maßnahmen zu unterstützen und keine Bienenvölker oder Imkereigeräte aus dem Sperrbezirk zu verbringen.



