Schwerin digitalisiert Müllentsorgung: Zehntausende Tonnen erhalten Identifikationschips
Die Abfallentsorgung in Schwerin erfährt eine umfassende Digitalisierung. Derzeit werden zwischen 38.000 und 39.000 Restabfall- und Papiertonnen mit speziellen Chips nachgerüstet, um eine eindeutige Zuordnung zu Adressen zu ermöglichen. Diese Maßnahme markiert einen bedeutenden Schritt in der Modernisierung der städtischen Infrastruktur.
Umfangreiche Nachrüstung im gesamten Stadtgebiet
Seit Anfang März sind sechs Teams der beauftragten Firma C-Trace im gesamten Schweriner Stadtgebiet unterwegs, um die Behälter mit orangefarbenen Transponderchips auszustatten. Die Arbeiten werden jedoch etwa zwei Wochen länger dauern als ursprünglich geplant und sollen nun bis Mitte April abgeschlossen sein. Ursprünglich war der Abschluss für das Osterwochenende vorgesehen.
Die technische Umsetzung variiert je nach Tonnenmodell. Bei neueren Behältern wird der Chip in ein vorgefertigtes Chipnest an der Unterseite des Deckelrands eingesetzt und festgepresst. Ältere Modelle erfordern das Bohren eines kleinen Lochs von oben, um den Chip einzusetzen. Die Biotonnen in Schwerin sind bereits seit etwa zehn Jahren mit solchen Identifikationschips ausgestattet, während die Papiertonnen bislang nicht erfasst waren.
Zweck der digitalen Erfassung
Die digitale Erfassung verfolgt mehrere wichtige Ziele:
- Vermeidung von Verwechslungen bei gruppenweise aufgestellten Tonnen
- Vereinheitlichung der Dokumentation von Leerungen
- Vereinfachung der Abrechnungsprozesse
- Bestandsaufnahme der tatsächlich vorhandenen Papierbehälter
Andreas Lange, Geschäftsführer der SAS, erklärt: „Nach dem Einbau wird die Adresse oder Anfallstelle mit der Chipnummer verknüpft, sie werde sozusagen mit der Tonne ‚verheiratet‘.“ Diese digitale Registrierung ermöglicht es städtischen Stellen bei Bedarf zu prüfen, ob Tonnen korrekt angemeldet sind.
Organisation und Ablauf
Die SDS hat alle betroffenen Haushalte schriftlich über den Ablauf informiert. In den Briefen waren Terminhinweise und Adressaufkleber enthalten, die die Bürger vorab an ihren Tonnen anbringen sollten. Diese Kennzeichnung ist besonders wichtig, da in Schwerin Tonnen häufig in Gruppen an den Straßenrand gestellt werden und ohne eindeutige Zuordnung schwer zuzuordnen sind.
Die reguläre Leerung der Mülltonnen läuft während der gesamten Umrüstungsphase unverändert nach dem bestehenden Abfallkalender weiter. Die SAS bittet alle Grundstückseigentümer, ihre Behälter auch in den kommenden zwei Wochen für die Montageteams zugänglich bereitzuhalten.
Technische Grenzen und praktische Umsetzung
Die Funktion der Chips ist bewusst begrenzt und dient ausschließlich der Identifikation der Behälter. Eine Füllstandsmessung, wie sie in anderen Städten oder Regionen praktiziert wird, ist mit diesen Chips in Schwerin nicht möglich oder vorgesehen. Es geht primär darum, Leerungen und Adressen im System zuordnen zu können.
Silvio Schwarz, Mitarbeiter von C-Trace, rüstet täglich bis zu 400 Tonnen nach. „Da weiß man am Abend, was man gemacht hat“, sagt er während seiner Arbeit mit gezielten Hammerschlägen. Die beauftragte Firma ist auf solche Digitalisierungsprojekte spezialisiert und bringt entsprechende Expertise mit.
Falls Behälter bisher noch nicht umgerüstet oder gekennzeichnet wurden, besteht laut SAS kein Grund zur Sorge. Die betroffenen Gebiete werden systematisch abgearbeitet, bis alle 38.000 bis 39.000 Tonnen mit der modernen Chip-Technologie ausgestattet sind.



