Gestrandeter Wal vor Poel: Tierschützer fordern Rettungsaktion, Experten sehen kaum Hoffnung
Wal vor Poel gestrandet: Rettungsaktion gefordert, Experten skeptisch

Gestrandeter Buckelwal vor Poel: Tierschützer fordern Rettungsaktion, Experten sehen kaum Hoffnung

Vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern hat sich ein dramatisches Tierdrama ereignet. Ein etwa 12 Meter langer Buckelwal ist gestrandet und befindet sich in einer kritischen Situation. Tierschützer fordern mit Nachdruck eine Rettungsaktion und haben bereits Demonstrationen organisiert, während Fachleute des Deutschen Meeresmuseums und des Instituts für terrestrische und aquatische Wildtierforschung kaum noch Hoffnung auf eine Lebendrettung des Tieres sehen.

Demonstrationen und juristische Schritte

Am Dienstag, dem 7. April 2026, demonstrierten Tierschützer im Hafen von Kirchdorf auf Poel und forderten eine sofortige Rettungsaktion. „Die größte Forderung ist, in die Gänge zu kommen, um eine Rettungsaktion zu starten“, erklärte die Demonstrantin Margit Mihali. Parallel dazu hat der Volljurist im Ruhestand, Günter Nietsche, beim Verwaltungsgericht Schwerin einen Eilantrag gegen das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns eingereicht. Nietsche fordert, dass alles technisch und personell Mögliche unternommen wird, um dem Wal den Zugang zum tieferen Gewässer zu ermöglichen. Zudem wurde eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.

Experten äußern sich pessimistisch

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus informierte am Nachmittag gemeinsam mit Wissenschaftlern über den Zustand des Wales. „Der Wal sei schwerstkrank und wegen seines Zustandes auch nicht transportfähig“, hieß es in der Stellungnahme. Backhaus betonte, dass eine Erlösung des Tieres nicht in Frage komme, da er dies nicht mit seinem Gewissen vereinbaren könne. Die Wildtierhilfe MV setzt sich dennoch für den Wal ein und wünscht sich mehr Bewässerung, um die Temperaturregulierung des Tieres zu unterstützen.

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Weitere Demonstrationen und Besucherandrang

Ungeachtet der düsteren Prognosen kündigen Tierschützer bereits eine weitere Demonstration für Mittwoch, den 8. April 2026, von 10 bis 18 Uhr in Kirchdorf an. In den vergangenen Tagen waren zahlreiche Besucher aus ganz Deutschland, darunter aus Hessen, Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen, auf die Insel Poel gereist, um den gestrandeten Wal zu sehen. Eine Sperrzone von etwa 500 Metern um den Wal wurde eingerichtet, aus der Personen mehrfach verwiesen werden mussten. Polizeibeamte waren vor Ort, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Reaktionen der Insulaner

Insulaner wie Steven Buchholz zeigen sich überrascht von der weltweiten Aufmerksamkeit, die die Insel Poel aufgrund des gestrandeten Wales erhält. „Sollte es noch eine kleine Chance zur Rettung des Wales geben, dann sollte sie schnell ergriffen werden“, meinte Buchholz. Das Umweltministerium teilte mit, dass das Verwaltungsgericht Schwerin zugunsten des Landes Mecklenburg-Vorpommern entschieden habe, ob sich der Eilantrag für eine Verfassungsbeschwerde damit erledigt hat, bleibt jedoch unklar.

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