Hochwasser-Alarm in Süd- und Ostdeutschland: Flüsse treten über die Ufer
Die Kombination aus Tauwetter nach den winterlichen Schneefällen und ergiebigen Regenfällen hat in Teilen Deutschlands zu einer kritischen Hochwassersituation geführt. Besonders betroffen sind der Süden und Osten des Landes, wo erste Flüsse und Bäche bereits über ihre Ufer getreten sind.
Kritische Lage an der Oder in Brandenburg
Im Osten Brandenburgs herrscht an der Oder bei Frankfurt Hochwasser-Alarm. Das Landesamt für Umwelt (LfU) hatte bereits am Mittwochabend eine offizielle Warnung für die Region ausgesprochen, nachdem der Pegel des Grenzflusses binnen kurzer Zeit um etwa 50 Zentimeter angestiegen war. Am Donnerstagmorgen lag der Wasserstand bei 4,17 Metern – das sind rund 2,5 Meter mehr als zu Beginn des Monats.
Die Eisdecke der Oder beginnt zu brechen, was zu weiteren Pegelanstiegen führen wird. Laut LfU wird bei Erreichen von 4,20 Metern die Alarmstufe I ausgerufen. Dann sind Überflutungen von Auen und ufernahen Wiesen zu erwarten. Die Behörde betont jedoch, dass aktuell keine unmittelbare Gefahr für Anwohner besteht.
Überschwemmungen in Nordbayern
In Nordbayern hat die Mischung aus Regen und Schmelzwasser bereits zu konkreten Überschwemmungen geführt. An Zuflüssen der Regnitz und im oberen Maingebiet wurden vor allem landwirtschaftliche Flächen überflutet. Mehrere Straßen mussten gesperrt werden.
Besonders kritisch ist die Situation an der Itz im Landkreis Haßberge. Der Hochwassernachrichtendienst Bayern erwartet hier die Meldestufe 3, was bedeutet:
- Größere Straßen müssen gesperrt werden
- Es besteht Gefahr für bebaute Grundstücke
- Kellerüberflutungen sind möglich
In den fränkischen Regierungsbezirken und der Oberpfalz sind aktuell mehrere Kreise und Städte von Hochwasserwarnungen betroffen. Für die Landkreise Coburg und Bamberg wurde gewarnt, dass auch bebaute Gebiete überschwemmt werden könnten.
Wetterprognose verschärft die Lage
Nach Einschätzung von Experten wird die Hochwasserlage in Nordbayern aufgrund der Wetterentwicklung weiter andauern. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert für die Mittelgebirge etwa 40 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von 48 Stunden.
Im Allgäu könnte es bis Freitagvormittag sogar Dauerregen mit bis zu 60 Litern je Quadratmeter binnen gut 48 Stunden geben. Bei Temperaturen bis zu 12 Grad wird der Schnee weiter schmelzen und zusätzliches Wasser in die Flüsse bringen.
Während im Süden und Osten Deutschlands das Hochwasserrisiko steigt, meldet der Norden des Landes hingegen die Rückkehr des Schnees – ein Zeichen für die aktuell extrem unterschiedlichen Wetterlagen innerhalb Deutschlands.



