März-Wetterbilanz: Frühlingswärme und Sonnenschein mit spätem Wintereinbruch
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach zieht eine bemerkenswerte Bilanz für den März 2026. Der erste meteorologische Frühlingsmonat präsentierte sich als außergewöhnlich sonnig, sehr mild und niederschlagsarm, bevor er mit einem späten Wintereinbruch endete. Diese Wetterlage lockte bereits früh zu zahlreichen Aktivitäten ins Freie, doch die unerwartete Kälte zum Monatsausklang überraschte viele.
Temperaturen: Von frühlingshafter Wärme zu winterlicher Kälte
Vor allem in der ersten Monatshälfte herrschten Temperaturen, die typischerweise erst Mitte April erreicht werden. Der Höchstwert von 19,9 Grad wurde am 7. März im südhessischen Michelstadt im Odenwald gemessen. Im Durchschnitt lagen die Temperaturen im März bei 6,3 Grad, was 2,8 Grad über dem langjährigen Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 liegt. Zum Monatsende sorgten jedoch Winde aus nordwestlicher Richtung für einen drastischen Temperatursturz. Besonders kalt war es am 28. März im bayerischen Oberstdorf, wo bei frisch gefallenem Schnee minus 15,5 Grad registriert wurden.
Sonnenschein: Deutlich über dem langjährigen Mittel
Im März wurden rund 195 Stunden Sonnenschein verzeichnet. Damit wurde das langjährige Mittel von 111 Stunden um beachtliche 75 Prozent übertroffen. Nur in den Märzmonaten 2022 und 2025 schien die Sonne noch länger. Größere regionale Unterschiede gab es kaum: Lediglich in den nördlichsten und südlichsten Gebieten Deutschlands lag die Monatssumme gebietsweise unter 150 Stunden, ansonsten war die Sonnenscheindauer im ganzen Land hoch.
Niederschläge: Trockenheit im Osten, mehr Regen im Süden
Die langen Hochdruckphasen führten zu einer niederschlagsarmen Witterung. Insgesamt fielen nur 37 Liter pro Quadratmeter, was mehr als ein Drittel weniger als in der Referenzperiode ist. Besonders trocken war es im Osten des Landes, wo gebietsweise lediglich etwa zehn Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen wurden. Diese Trockenheit ließ die Waldbrandgefahr bereits früh im Jahr auf die hohe Stufe 4 ansteigen. Im Gegensatz dazu fielen im Schwarzwald und am Alpenrand mit 80 bis 120 Litern die meisten Niederschläge, blieben aber dennoch unter dem langfristigen Mittel. Die heftigsten Niederschläge des Monats wurden am 25. März im baden-württembergischen Utzenfeld registriert, wo pro Quadratmeter 35 Liter auf den Boden prasselten.
Zusammenfassend zeigt der März 2026 ein kontrastreiches Wetterbild: eine ungewöhnlich warme und sonnige Phase, gefolgt von einem späten Wintereinbruch, der die frühlingshafte Stimmung abrupt beendete. Diese Entwicklung unterstreicht die Variabilität des Wetters in Deutschland und die Bedeutung langfristiger Klimavergleiche.



