Naturwunder in Hanshagen: Erosionsschluchten und historische Mühle entdecken
Hanshagen: Erosionsschluchten und historische Mühle

Hanshagen in Vorpommern lockt mit zwei herausragenden Attraktionen: dem geschützten Landschaftsbestandteil mit den steilen Erosionsschluchten im Heithörn und der historischen Wassermühle, die als letztes Bauwerk in Norddeutschland bei Bedarf sofort Getreide mahlen kann. Das Erosionstal Heithörn erstreckt sich über 9,2 Hektar und liegt nur zwölf Kilometer südöstlich von Greifswald an der B 109.

Wanderung entlang des Hanshagener Bachs

Am östlichen Ortsrand führt ein Wanderweg entlang des Hanshagener Bachs vom Mühlteich bis zur Brücke nahe der Kirche. Der Schutz dieses Gebiets dient der Erhaltung des eiszeitlichen Durchbruchtals mit seinem naturnahen Bachlauf sowie der Sicherung der Tier- und Pflanzenwelt des Bachtals und der angrenzenden steilen Hänge mit ihren alten Bäumen. Der Bach schlängelt sich in einem steilen Kerbtal durch die Weitenhagener-Karbower Endmoräne. Hier dominieren Mädesüß-Erlen-Eschenwald und Winkelseggen-Eschenwald. Besonders selten ist der gelb strahlende Korbblütler Sumpf-Pippau, der ebenfalls bewundert werden kann.

Vielfältige Vogelwelt

An den steilen Hängen mit Mittelgebirgscharakter gedeiht ein Hainbuchen-Bergulmen-Hangwald. Zurzeit singen hier mehr als 15 Singvogelarten, darunter Mönchsgrasmücke, Singdrossel, Gartenbaumläufer, Buchfink, Zaunkönig, Sumpf- und Blaumeise sowie Weiden- und Fitislaubsänger. Weithin hörbar sind die lauten Pfiffe des Kleibers. Dieser Kletterkünstler, auch Spechtmeise genannt, ist der einzige Vogel Europas, der kopfüber den Baumstamm hinablaufen kann. Dies gelingt ihm durch extrem kräftige Beine und lange, stark gekrümmte Krallen, insbesondere eine besonders starke Hinterzehe. Seinen Namen verdankt er der Eigenart, seine Bruthöhle, die einst ein Specht gemeißelt hat, mit Ton zu verkleben, sodass der Buntspecht keine Eier und Jungvögel rauben kann.

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Geschichte der Wassermühle

Hanshagen wurde erstmals 1248 urkundlich erwähnt. Ob bereits 1280 zwei Wassermühlen am Kameniz Bach existierten, ist ungewiss. Sicher ist, dass Klaus Dreger 1524 von der Vorsteherin des Krumminer Klosters, Magarete Owstin, die Erlaubnis zum Bau einer Wassermühle erhielt. Am Mühlenteich wird Wasser gespeichert, das der Teichralle einen Brutplatz bietet. Am Wehr, wo man die in Norddeutschland seltene Gebirgsstelze und zu Zugzeiten die Wasseramsel aus Skandinavien beobachten kann, ergießt sich der Teich mit lautem Brausen als schäumender Wasserfall zurück ins Bachbett.

Die Hanshagener Kornmühle

Bereits 1750 war die Hanshagener Kornmühle verfallen. Sie wurde dann als Papiermühle für die Universität Greifswald neu aufgebaut. Die Geschichte der 500 Jahre alten Wassermühle ist kurios: Das Mühlenwohnhaus erhielt 1942 eine Stahlbetondecke und diente als Luftschutzkeller. 2005 durfte die Mühle wegen Einsturzgefahr nicht mehr betreten werden. Doch 2010 wurde sie als Kornmühle denkmalgerecht rekonstruiert. 2012 wurde sie im Beisein des damaligen Ministerpräsidenten Erwin Sellering und hunderter Gäste als historisches Denkmal wieder in Betrieb genommen.

Zum Deutschen Mühlentag lädt der Verein Wassermühle Hanshagen über Pfingsten von Sonnabend, 23. Mai, 10 Uhr bis Montag, 25. Mai, 18 Uhr ein. Bürgermeister Joachim Pukowski hofft auf viele Gäste, die auch das Dorffest am Sonntag, 24. Mai, besuchen. Wer die Natur genießen und Stress abbauen möchte, kann an einer geführten Naturwanderung teilnehmen. Anmeldung unter 015156074311.

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