Müllsammelaktion in der Feldberger Seenlandschaft: Freiwillige räumen auf
Für dieses Zwischenergebnis benötigte Pia Hoffmann keine zwanzig Minuten. Töpfe, Flaschen, ein einzelner Schuh, eine zerbrochene Angel, Abflussrohre, Konservendosen und Plastikbecher füllten rasch ihre Tragetasche und den Eimer. Die Carwitzerin hatte eine etwa dreihundert Meter lange Strecke in der Nähe ihres Hauses abgesammelt, wobei sie sich ins Unterholz am Wegesrand kämpfte. Noch vor dem Frühlingswachstum ist die ideale Zeit, um in das Gestrüpp zu kriechen und den Müll zu beseitigen, erklärt sie.
Weinflaschen und Farbeimer im Gebüsch
Plastikflaschen, Abwasserrohre oder Farbeimer wurden achtlos in die Büsche geschleudert. Die Trinkbecher stammen vermutlich noch von Herrentags-Touren aus dem vergangenen Jahr. Wer die Wein- und Minisektflaschen an den See brachte, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Ebenso unklar bleibt, warum Angler ihre zerstörten Gerätschaften nicht in der heimischen Mülltonne entsorgen. Pia Hoffmann sammelt regelmäßig die Hinterlassenschaften anderer ein und entsorgt sie in ihrer privaten Mülltonne.
BUND ruft zur siebten Sammelaktion auf
Am Sonnabend, dem 28. März, findet eine Müllsammelaktion der Feldberger Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) statt, der Pia Hoffmann angehört. Wander- und Radwege, Uferzonen, Wälder, Wiesen, Straßenränder, Spiel- und Parkplätze sowie Badestellen sollen gereinigt werden. Auch Aufkleber an Bushaltestellen, Verkehrsschildern oder Laternenpfählen wollen die Ehrenamtlichen entfernen. Die Feldberger Seenlandschaft ist groß, daher werden zahlreiche fleißige Helfer benötigt.
Reinigungsutensilien und praktische Tipps
Zum siebten Mal ruft der BUND Feldberger Seenlandschaft zu dieser Aktion auf. Im vergangenen Jahr kamen neunhundert Kilogramm Müll zusammen, die über den Feldberger Wertstoffhof entsorgt wurden. In diesem Jahr stellt der Abfallentsorger Remondis zwei Container in der Strelitzer Straße gegenüber vom Haus des Gastes bereit. Jeder Teilnehmer kann dort sammeln, wo er möchte. „Man weiß schon selbst, wo die Dreckecken sind“, sagt Pia Hoffmann, die in einer Gruppe sammeln wird.
Freiwillige sollten Handschuhe, Eimer und Tüten mitnehmen. Bei längeren Wegstrecken empfiehlt sich ein Auto oder Handwagen, da die Menge an gesammeltem Müll oft zu schwer wird. Pia Hoffmann und ihr Mann haben bereits die Straßenränder zwischen Carwitz und Neuhof abgesammelt, was nur mit dem Auto möglich war. Durch den Wasserrückgang im Dreetzsee kam zudem alter Müll ans Tageslicht, darunter Autoreifen.
Belohnung mit Kaffee und Kuchen
Zwischen elf und fünfzehn Uhr stellt der Naturpark Feldberger Seenlandschaft einen Anhänger vor dem Haus des Gastes in der Strelitzer Straße 42 bereit. Dort und in den Containern kann der gesammelte Müll entsorgt werden, wobei ein Mitarbeiter vorab sortiert. Ab fünfzehn Uhr gibt es für alle Teilnehmer im Haus des Gastes Kaffee, Kuchen und Suppe. Wer sich einer Gruppe anschließen möchte, kann sich per E-Mail bei Pia Hoffmann melden.
Rätselhaft bleiben Funde von einzelnen Schuhen oder zerbröselndem Plastikmüll, der schon lange in der Natur liegt. Doch das Ziel ist klar: Der Müll soll raus aus der Natur, und je mehr Freiwillige helfen, desto besser für die Feldberger Seenlandschaft.



