Rentner (78) erkämpft 1,6 Millionen Euro für Renaturierung des Milower Dorfsees
Rentner erkämpft 1,6 Mio. Euro für Dorfsee-Renaturierung

Rentner erkämpft Millionen für die Rettung seines Dorfsees

In der Gemeinde Milow in der Uckermark wird derzeit eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte geschrieben. Der 78-jährige Fritz Gampe hat nach jahrelangem, unermüdlichem Einsatz über 1,6 Millionen Euro an Fördermitteln für die Renaturierung des örtlichen Dorfsees beschafft. Damit rückt die fast schon verloren geglaubte Wiederbelebung des Gewässers in greifbare Nähe.

Vom „Neuen vom See“ zum Dorfvisionär

Als Fritz Gampe und seine Frau Angelika im Jahr 2005 nach Milow zogen, wurden sie anfangs noch als die „Neuen vom See“ betrachtet. Doch der pensionierte Ingenieur machte sich schnell einen Namen als jemand, der sich festbeißt und nicht locker lässt. Vor allem das Trauerspiel vor seiner Haustür – die fortschreitende Verlandung des Sees – ließ ihm keine Ruhe.

„Man muss auch mal träumen dürfen“, scherzte Gampe bei der Vorstellung des Projekts. Doch aus Träumen wurden konkrete Pläne, und aus Plänen wurde nun eine realistische Perspektive für das uralte Gewässer, das einst durch das Kalben eines Eiszeitgletschers entstand.

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Antragsodyssee mit Happy End

Die Beschaffung der Fördermittel war eine wahre Zitterpartie, wie Uckerland-Bürgermeister Matthias Schilling (SPD) einräumte. „Es war alles eine echte Zitterpartie“, so der 56-jährige Kommunalpolitiker, der seit zehn Jahren im Amt ist. Ohne das Engagement Fritz Gampes wäre die schier unzumutbare Antragsodyssee bei Ministerien und Fonds wohl im Sande verlaufen.

Gampe wälzte nächtelang dicke Ordner, entwarf Skizzen und Pläne, recherchierte Daten und brachte die Notwendigkeit der Renaturierung so überzeugend zu Papier, dass die Geldgeber bei Bund und Land schließlich grünes Licht gaben. Unterstützt wurde er dabei von Bürgermeister Schilling und seinem Team sowie vom Landkreis.

Umfangreiches Renaturierungsprojekt bis 2031

Das nun beschlossene Projekt wird bis 2031 mit Unterstützung des Naturschutzfonds Brandenburg und der Zukunft Umwelt Gesellschaft (ZUG) realisiert. Es umfasst weit mehr als nur die dringend notwendige Entschlammung und Entschilfung des Sees:

  • Professionelle Belüftung des Gewässers
  • Neuanpflanzung heimischer Eichen
  • Bau eines Lehrpfades
  • Installation eines Mikroklimamessnetzes

Bürgermeister Schilling würdigte das Vorhaben als eines der großen Klimaschutzprojekte für die Region. „Das Projekt wird bis 2031 realisiert und ist eines der großen Klimaschutzprojekte für unsere Region“, betonte er in der ersten Einwohnerversammlung des Jahres in Milow.

Buchprojekt als liebevolles Denkmal

Parallel zum Renaturierungsprojekt haben Fritz Gampe und Co-Autorin Susanne Schulz das Buch „Frühstück mit Eisvogel“ veröffentlicht. Die reich illustrierte Publikation setzt dem besonderen Ort ein ebenso kenntnisreiches wie liebevolles Denkmal.

Der Eisvogel, der dem Buch seinen Namen gegeben hat, steht dabei symbolisch für die Schönheit, aber auch für die Verletzlichkeit unserer Natur. Dass weit über 100 Vogelarten an diesem vergleichsweise kleinen Gewässer beobachtet und dokumentiert werden konnten, unterstreicht die hohe ökologische Bedeutung des Sees.

Vorbild für bürgerschaftliches Engagement

Bürgermeister Schilling nutzte die Gelegenheit, um das große Anliegen der Renaturierung auf den Punkt zu bringen: „Auch weil die Tiere weder sich selbst noch der Umwelt helfen könnten, sei der Mensch gefragt, das zu tun.“ Der erfolgreiche Kampf um die Fördermittel zeige, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement sei.

Der Milower Gemeinderaum war zur Einwohnerversammlung gut gefüllt, und am späteren Abend wurde nicht nur die Geldspritze aus Berlin und Potsdam gefeiert, sondern auch die Herausgabe des neuen Buches. Viele Einheimische kamen zur Präsentation, darunter auch Falk Broedner vom „LeuteHaus“.

Das reich illustrierte Buch aus dem Schibri-Verlag ist ab sofort im Handel erhältlich und dokumentiert nicht nur die natürliche Schönheit des Milower Sees, sondern auch den langen Weg zu seiner Rettung.

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