Ungewöhnliche Trainer-Entscheidung beim FSV Zwickau
Die längste Auswärtsreise der aktuellen Saison endete für den FSV Zwickau mit einem verdienten Erfolg. Beim 2:1-Sieg gegen den Greifswalder FC zeigte sich Trainer Rico Schmitt (57) äußerst zufrieden - doch nicht etwa von der gewohnten Position an der Seitenlinie, sondern von einem ungewöhnlichen Beobachtungsposten aus.
Freiwilliger Tribünenplatz als strategische Entscheidung
Der erfahrene Trainer verfolgte das Regionalliga-Spiel bewusst von der Tribüne aus, wie er nach dem Abpfiff in der Pressekonferenz erläuterte. „Wir stehen im Sachsenpokal-Halbfinale. Da bin ich leider gesperrt“, erklärte Schmitt die ungewöhnliche Situation. „Das ist für uns ein sehr wichtiges Spiel. Es war meine Idee, dass Co-Trainer Daniel Rupf das Spiel hier übernimmt.“
Diese Entscheidung erwies sich als kluger Schachzug, denn für Rupf wurde das Spiel in Greifswald zur wichtigen Generalprobe. Am 21. April (19 Uhr) muss der Co-Trainer beim Halbfinale gegen Stahl Riesa erneut die Verantwortung übernehmen, während Schmitt aufgrund einer Sperre außen vor bleiben muss.
Lob für Co-Trainer und Mannschaft
Schmitt zeigte sich beeindruckt von der Leistung seines Stellvertreters: „Ein ausdrückliches Lob und Kompliment - er hat das heute an der Linie wirklich klasse gemanagt. Auch die Wechsel waren absolut nachvollziehbar.“ Doch nicht nur Rupf erhielt Anerkennung vom Cheftrainer.
Auch die Mannschaftsleistung überzeugte den erfahrenen Trainer: „Es war sehr wohltuend, eine Reaktion zu sehen. Wir haben seriöser verteidigt als bei der Niederlage in Jena. Das macht auch stolz.“ Besonders die defensive Stabilität nach der vorherigen Niederlage gegen Jena gab Schmitt Grund zur Zufriedenheit.
Eixler als Matchwinner mit Doppelpack
Den entscheidenden Anteil am Sieg hatte Torjäger Lukas Eixler, der beide Treffer für die Zwickauer erzielte. Der erfolgreiche Stürmer analysierte: „Wir haben nach dem Spiel in Jena eine klare Reaktion gezeigt und viele Zweikämpfe gewonnen. Das war sehr wichtig. Und vorne haben wir unsere Chancen genutzt.“
Die ungewöhnliche Trainerpositionierung erwies sich somit als voller Erfolg. Während Schmitt von der Tribüne aus einen anderen Blickwinkel auf das Spielgeschehen gewann, konnte Rupf wichtige Erfahrungen für das bevorstehende Pokal-Halbfinale sammeln. Eine Win-Win-Situation für den FSV Zwickau, der mit diesem Sieg wichtige Punkte in der Regionalliga Nordost sammelte und gleichzeitig optimal auf das wichtige Pokalspiel vorbereitet ist.
Die kreative Lösung zeigt, wie professionell der Verein mit der ungewöhnlichen Situation umgeht. Statt die Sperre des Cheftrainers als Handicap zu betrachten, nutzten die Verantwortlichen die Gelegenheit für eine strategische Vorbereitung auf das entscheidende Halbfinale im Sachsenpokal.



