Uferschnepfen starten Rückflug in den Norden: GPS-Technologie verfolgt bedrohte Zugvögel
Mit den ersten wärmeren Tagen des Frühlings beginnt eine beeindruckende Wanderung: Die Uferschnepfen kehren aus ihren Überwinterungsgebieten zurück in ihre Brutgebiete in Niedersachsen. Diese bedrohten Wasservögel sind derzeit auf dem Weg Richtung Norden, wobei die ersten Exemplare bereits in Deutschland angekommen sind, wie der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mitteilte.
Beobachtungen aus Portugal zeigen Vorbereitungen für den Weiterzug
Fachleute beobachten in Portugal, dass sich viele Uferschnepfen auf den Weiterzug in ihre nördlichen Brutgebiete vorbereiten. In Portugal nutzen die Vögel nasse Reisfelder und flache Becken ehemaliger Salzanlagen als wichtige Rast- und Nahrungsgebiete. Diese Zwischenstopps sind entscheidend für die Energiegewinnung vor der anstrengenden Reise nach Niedersachsen und in die Niederlande.
GPS-Sender ermöglichen präzise Verfolgung der Zugrouten
Im Rahmen des Projekts „Life Godwit Flyway“ statten Experten einige Uferschnepfen mit modernen GPS-Sendern aus. Diese Technologie ermöglicht es, die Position der Vögel genau nachzuvollziehen und zu verfolgen, wann sie in ihre Brutgebiete ziehen sowie wie die Lebensbedingungen entlang ihrer Route sind. Ein besonderes Beispiel ist die Uferschnepfe Werner, die vor zwei Jahren an der Unterelbe beringt wurde.
Uferschnepfe Werner fliegt ungewöhnliche Umwege
Statt direkt von Mauretanien aus nach Norden aufzubrechen, ist Werner noch einmal zurück in den Senegal geflogen, wie die NLWKN-Fachleute anhand des GPS-Signals feststellen konnten. Bis zu seinem Brutgebiet an der Unterelbe liegen noch mehrere tausend Kilometer vor ihm. Diese ungewöhnliche Route wirft Fragen nach den Gründen für solche Umwege auf und zeigt die Komplexität des Vogelzugs.
Vollere Brutgebiete in den kommenden Wochen erwartet
In den kommenden Wochen wird es an der Unterelbe voraussichtlich voller werden, da viele Uferschnepfen bei günstigem Wetter bald in ihre Brutgebiete aufbrechen werden. NLWKN-Vogelexperte Ulf Bauchinger äußert sich optimistisch über Werners Rückkehr: „Wenn alles gut läuft, kehrt er in sein Brutrevier an der Unterelbe zurück und beginnt dort im April mit der Brut.“ Diese Rückkehr ist ein wichtiger Indikator für den Erfolg von Naturschutzmaßnahmen.
Die Verfolgung der Uferschnepfen mit GPS-Sendern liefert wertvolle Daten für den Schutz dieser bedrohten Art. Durch das Verständnis ihrer Zugrouten und Lebensbedingungen können effektivere Schutzstrategien entwickelt werden, um den Erhalt dieser faszinierenden Zugvögel zu sichern.



