Wal-Rettung vor Poel: Luftkissen-Einsatz abgesagt
Der geplante Einsatz von Luftkissen und Pontons zur Rettung des gestrandeten Buckelwals vor der Insel Poel ist endgültig vom Tisch. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) erklärte am Dienstagnachmittag in einem ausführlichen Pressestatement, dass das bisherige Konzept einer privaten Initiative nicht mehr tragbar sei.
Minister fordert grundlegende Überarbeitung
„Wir müssen das gesamte Rettungskonzept grundlegend überarbeiten“, betonte Backhaus mit Nachdruck. Der ursprüngliche Plan, den Meeressäuger mithilfe spezieller Luftkissen auf eine Plane zu heben und so in tiefere Gewässer zu bringen, sei unter den aktuellen Umständen nicht mehr durchführbar. Der Minister verwies dabei auf die dynamische Situation und das Verhalten des Wales selbst.
„Das ist nun mal ein lebender Organismus, und er hat deutlich gezeigt, dass er schwimmen will“, erläuterte Backhaus die Entscheidung. Der Buckelwal habe sich in den vergangenen Stunden aktiv bewegt und damit die geplanten Rettungsmaßnahmen unmöglich gemacht.
Alternative Maßnahmen bereits umgesetzt
Während das Luftkissen-Konzept verworfen wurde, sind andere Rettungsversuche bereits in die Tat umgesetzt worden. So wurden in kürzester Zeit Spülmaßnahmen organisiert, um bei niedrigem Wasserstand eine spezielle Kuhle für den großen Wal zu schaffen. Diese temporäre Lösung soll dem Tier mehr Bewegungsfreiheit und bessere Überlebenschancen bieten.
Aktuell befindet sich der Buckelwal laut Backhaus „in einer Art Badewanne, bildlich gesprochen“. Die Situation bleibe angespannt, aber das Expertenteam arbeite mit Hochdruck an weiteren Lösungen. Der Minister zeigte sich zuversichtlich, dass bald neue, angepasste Rettungsmaßnahmen präsentiert werden können.
Die private Initiative, die das ursprüngliche Konzept entwickelt hatte, steht nun vor der Herausforderung, ihre Pläne komplett zu überdenken. Fachleute aus Meeresbiologie und Rettungstechnik werden in die Neukonzeption eingebunden, um eine sichere und effektive Lösung für den in Not geratenen Buckelwal zu finden.



