Buckelwal vor Timmendorfer Strand befreit: Riskanter Weg zurück in die Nordsee
Buckelwal befreit: Riskanter Weg zurück in die Nordsee

Buckelwal nach Rettungsaktion befreit: Der gefährliche Weg zurück ins offene Meer

Nach einer intensiven, mehrtägigen Rettungsaktion ist der auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand gestrandete Buckelwal in der Nacht zumindest vorläufig befreit worden. Das riesige Meeressäuger befindet sich nun in offener See, doch sein Weg zurück in die sichere Nordsee bleibt äußerst riskant und wird von Experten genau beobachtet.

Boote begleiten den Wal auf seiner gefährlichen Reise

Laut Timmendorfer Strands Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke wird der Buckelwal von Polizeibooten begleitet. Am Morgen waren bereits mehrere Boote, darunter auch Schlauchboote, vor der Küste im Einsatz. Mehrere Experten versuchen aktiv, den Wal daran zu hindern, erneut in flache Gewässer zurückzukehren. Die Ostsee stellt für Großwale eine unnatürliche Umgebung dar, da sie durch einen zu geringen Salzgehalt, viele flache Bereiche und begrenzte Nahrungsressourcen gekennzeichnet ist.

Die komplizierte Navigation durch die Meerengen

Der Weg zurück in die Nordsee gestaltet sich besonders schwierig, da die Ostsee nur durch drei schmale Meerengen mit dem Kattegat und Skagerrak verbunden ist. Der Buckelwal muss eine dieser Routen finden:

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  • Durch den Kleinen Belt zwischen den dänischen Inseln
  • Durch den Großen Belt als alternative Passage
  • Durch den Öresund zwischen Seeland und dem schwedischen Festland

Stephanie Groß, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung in Büsum, betont: „Es ist einfach so, dass man schauen muss, wie sich das Tier verhält, ob es sich leiten lässt.“ Zunächst bestehe jedoch Hoffnung, da sich das Tier nun in offener See befinde.

Besorgniserregender Gesundheitszustand des Wals

Die Tierärztin Dr. Stephanie Groß äußert sich besorgt über den Gesundheitszustand des Buckelwals. Auffällige Hautveränderungen und eine fest sitzende Leine im Maul bereiten den Experten große Sorgen. „Der Wal war jetzt nicht willig, das Maul zu öffnen. Deswegen konnte das, was im Wal ist, nicht entfernt werden“, erklärt Groß. Die Leine könnte innere Verletzungen verursachen, deren Ausmaß derzeit nicht absehbar ist.

Ernährungssituation und Populationsentwicklung

Positiv bewertet Groß die Ernährungssituation des Buckelwals: „Diese Tiere können wochenlang ohne Nahrung auskommen. Der Wal hier ist gut genährt, hat also auch noch Reserven. Das wird nicht sein Problem sein.“ Die zunehmenden Sichtungen von Großwalen in der Ostsee führen Experten auf die erfreuliche Erholung der Walpopulationen zurück. Eine weitere Theorie besagt, dass Wale Fischschwärmen folgen, die ihnen Nahrung bieten.

Technische Herausforderungen bei der Überwachung

Die Experten konnten keinen Peilsender am Wal anbringen, da sich die Haut des Buckelwals in einem sehr schlechten Zustand befindet. Solche Sender werden normalerweise auf die Haut geklebt, würden aber unter den aktuellen Bedingungen nicht halten. Über die Ursache der Hautschäden wird spekuliert – möglicherweise hängen sie mit dem geringen Salzgehalt der Ostsee zusammen. Wie lange sich der Wal bereits in der Ostsee aufhält, bleibt unbekannt.

Die Rettungskräfte und Wissenschaftler beobachten die weitere Entwicklung aufmerksam, während der Buckelwal seinen gefährlichen Weg durch die engen Meerengen der Ostsee antritt.

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