Feldhasen-Bestand in Thüringen erholt sich deutlich - Projekt zeigt Erfolge
Feldhasen in Thüringen: Bestand wächst deutlich

Feldhasen in Thüringen: Erfreuliche Bestandszunahme verzeichnet

Zu Ostern gibt es eine erfreuliche Nachricht aus der Tierwelt Thüringens: Die Population der Feldhasen im Freistaat zeigt eine deutliche positive Entwicklung. Nach jüngsten Erhebungen des Landesjagdverbandes Thüringen wurden im Frühjahr 2025 durchschnittlich 15 Feldhasen je 100 Hektar gezählt. Dies stellt eine merkliche Steigerung gegenüber den Vorjahren dar – im Frühjahr 2024 waren es noch knapp zwölf und im Frühjahr 2022 lediglich etwa acht Langohren je 100 Hektar gewesen.

Bundesweiter Vergleich und Ursachen der Erholung

Trotz dieser erfreulichen Zunahme liegt Thüringen weiterhin unter dem bundesweiten Durchschnitt. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes (DJV) wurden im Frühjahr 2025 deutschlandweit durchschnittlich 19 Feldhasen pro Quadratkilometer registriert. Dieser Wert stellt bereits den dritten Höchstwert in Folge dar und liegt mehr als ein Viertel über den Zahlen von vor etwa zwei Jahrzehnten.

Als Hauptgrund für die positive Entwicklung nennt der DJV das zurückliegende trockene und warme Frühjahr, das optimale Startbedingungen für den Hasen-Nachwuchs geschaffen hat. Der Feldhase, der ursprünglich aus Steppengebieten stammt, bevorzugt offene, strukturreiche Landschaften mit ausreichend Nahrungsangebot und Deckungsmöglichkeiten. Besonders wichtig sind hierbei Brachen und Blühstreifen, die sowohl Nahrung als auch Schutz bieten.

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Erfolgreiches Projekt im Erfurter Becken

Neben den klimatischen Bedingungen spielen laut DJV auch andere Faktoren eine entscheidende Rolle für die Bestandsentwicklung. Dazu zählt insbesondere der Einfluss von Fressfeinden wie Füchsen oder Waschbären. Ein vielversprechendes Projekt im Erfurter Becken hat gezeigt, dass eine Kombination aus verbessertem Lebensraum und gezielter Bejagung räuberischer Arten sich positiv auf die Feldhasen-Population auswirkt.

Auf einer Fläche von 3.000 Hektar zwischen Dachwig im Landkreis Gotha und Gebesee im Landkreis Sömmerda wurden Fressfeinde mit Lebendfallen kontrolliert. Die Ergebnisse dieses Engagements sind beeindruckend: Die Zahl der Feldhasen hat sich in diesem Gebiet von 2022 bis 2025 verdoppelt. Gleichzeitig profitierten auch andere Arten wie das Rebhuhn von diesen Maßnahmen. Der Landesjagdverband plant, das erfolgreiche Projekt fortzuführen und möglicherweise auf weitere Regionen auszuweiten.

Wissenschaftliche Methodik der Bestandserfassung

Die genannten Bestandszahlen basieren auf einem bundesweiten Monitoring-Programm, bei dem Jägerinnen und Jäger nachts auf festgelegten Strecken mit speziellen Scheinwerfern die Tiere zählen. Die Augen der Feldhasen reflektieren das Licht auf charakteristische Weise, wodurch sie sich eindeutig von anderen Wildtieren unterscheiden lassen. Wissenschaftler werten diese erhobenen Daten anschließend systematisch aus und vergleichen sie sowohl zwischen verschiedenen Regionen als auch über unterschiedliche Zeiträume hinweg.

Diese wissenschaftlich fundierte Methode ermöglicht nicht nur eine genaue Bestandsaufnahme, sondern auch die Identifikation von Trends und die Bewertung von Schutzmaßnahmen. Die aktuellen Zahlen aus Thüringen geben Anlass zur Hoffnung, dass sich die Population der Feldhasen mit gezielten Schutzbemühungen weiter stabilisieren und ausbauen lässt.

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