Neuer Rettungsversuch für gestrandeten Buckelwal bei Wismar gestartet
Der bei Wismar gestrandete Buckelwal hat eine weitere Nacht überlebt und atmet weiterhin regelmäßig. Umweltminister Till Backhaus (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern, der sich erneut vor Ort ein Bild von der Lage machte, bestätigte, dass der Wal alle zwei bis fünf Minuten atmet. Allerdings sinkt die Atemfrequenz, wenn sich Fähren oder Personen nähern. „Der Wal ist ein schwer kranker Patient“, erklärte Backhaus im Livestream des Senders News5 live.
Private Initiative übernimmt Verantwortung
Am Morgen sollte ein weiterer Rettungsversuch beginnen, der von einer privaten Initiative umgesetzt wird. Diese trägt laut Umweltministerium die volle Verantwortung für die Aktion, auch finanziell. „Die haben unser Haus komplett freigestellt“, betonte Backhaus. Zu den Initiatoren gehören Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist.
Gunz erklärte der Deutschen Presse-Agentur dpa: „Ohne die Aktion wird der Wal in jedem Fall sterben. Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet.“ Walter-Mommert fügte hinzu: „Wir haben keine Chance, aber wir ergreifen sie. Wir wissen, dass der Rettungsversuch letal ausgehen kann. Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Sie betonte, dass der aktuelle Zustand für Menschen mit Empathie unerträglich sei.
Technische Details des Rettungsplans
Nach Angaben von Umweltminister Backhaus ist geplant, im Laufe des Tages Luftkissen unter das Tier zu bringen, um es schonend anzuheben. Dazu soll Schlick unter dem Wal weggespült werden. Anschließend soll der Wal auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden. Zunächst war jedoch noch keine Aktion im Wasser zu beobachten, wie dpa-Reporter vor Ort feststellten.
In den letzten Tagen sah es so aus, als würde die Reise des Wals vor der Insel Poel enden, da Experten erklärt hatten, dass dem kranken und geschwächten Tier nicht sinnvoll geholfen werden könne. Trotz dieser pessimistischen Prognose setzt die private Initiative alles auf eine Karte, um das Leben des Buckelwals zu retten.
Die Situation bleibt angespannt, und der Ausgang des Rettungsversuchs ist ungewiss. Die Initiatoren sind sich der Risiken bewusst, halten aber an ihrem Vorhaben fest, um dem Wal eine letzte Chance zu geben. Die Augen der Öffentlichkeit sind auf Wismar gerichtet, wo dieser dramatische Kampf ums Überleben stattfindet.



