Rettungsinitiative für gestrandeten Buckelwal vor Poel gibt Hoffnung
Die private Rettungsinitiative für den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee vor der Insel Poel verzeichnet ermutigende Signale. Nach Angaben des Teams vor Ort zeigte das Tier am Freitag deutlich mehr Aktivität als zuvor. Beobachtet wurde, dass sich der Wal bewegte, seine Fluke aus dem Wasser kam und er insgesamt reagibler wirkte. Für die Helfer ist dies ein wichtiges positives Zeichen, wie Constanze von der Meden und Tierärztin Janine Bahr van Gemmert vom Robbenzentrum Foehr am Freitag in Kirchdorf auf Poel mitteilten. Allerdings könnte sich die geplante Rettungsaktion möglicherweise um einen weiteren Tag auf Samstag verschieben.
Vertreter des Rettungsteams schildern Beweggründe und gehen auf Experten-Einschätzungen ein
Bei einem Pressetermin warben die Verantwortlichen um Verständnis dafür, dass viele Details zu den laufenden Maßnahmen zunächst nicht öffentlich gemacht werden. Der Vorrang liege eindeutig bei der Arbeit direkt am Tier. Der Einsatz wird von Veterinärmedizinern, internationalen Walexperten sowie Juristen und Behördenvertretern begleitet. Die beteiligte Tierärztin wies Kritik entschieden zurück, wonach mit den Maßnahmen lediglich das Leiden des Tieres verlängert werde. Aus ihrer Sicht ist genau das Gegenteil der Fall, betonte Janine Bahr van Gemmert.
Der Wal liege an einem Ort, an dem er weder zur Ruhe kommen noch würdig sterben könne, erläuterte sie. Genannt wurden dabei störende Faktoren wie Schiffsverkehr, Lärm und weitere Beeinträchtigungen. Dort draußen könne das Tier nicht einfach „in Ruhe sterben“, sagte sie sinngemäß. Vielmehr bestehe eine echte Chance, den Buckelwal aus seiner prekären Lage zu befreien und ihm eine Überlebensperspektive zu bieten.
Intensive Betreuung und medizinische Versorgung des Wals
Das Team verweist darauf, dass der Wal inzwischen engmaschig beobachtet und umfassend versorgt wird. Er wird mit nassen Tüchern abgedeckt, um die Haut vor Austrocknung zu schützen, zudem kommt Salzwasser zum Einsatz. Nach Einschätzung der Tierärztin kann sich geschädigte Haut im Wasser mit dem richtigen Salzgehalt wieder erholen. Auch kleinere Hautläsionen seien aus ihrer Erfahrung bei Meeressäugern nicht ungewöhnlich. Entscheidend sei nun, weiteres Austrocknen und zusätzlichen Stress zu vermeiden, um die Genesungschancen zu maximieren.
Gleichzeitig setzten sich die Einsatzkräfte mit Kritik an früheren pessimistischen Gutachten auseinander. Die Helfer vor Ort verweisen dagegen auf neue Einschätzungen weiterer Fachleute aus dem In- und Ausland. Deren Tenor lautet: Der Wal ist zwar schwer geschwächt, aber noch nicht verloren. Diese optimistischere Bewertung gibt der Rettungsinitiative zusätzlichen Rückenwind für ihre ambitionierten Bemühungen.



