Dramatische Rettungsaktion: Buckelwal vor Poel soll lebend in die Nordsee gebracht werden
Rettungsaktion für Buckelwal vor Poel: Lebendtransport in Nordsee

Überraschende Kehrtwende: Buckelwal vor Poel soll gerettet werden

Was zunächst wie ein trauriges Ende aussah, entwickelt sich zu einer spektakulären Rettungsmission. Der bei Wismar gestrandete Buckelwal, dessen Schicksal zuletzt besiegelt schien, bekommt nun doch eine Überlebenschance durch ein ambitioniertes Rettungskonzept.

Minister Backhaus verkündet neue Strategie

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) gab bei einer Pressekonferenz in Schwerin eine überraschende Wende bekannt. Nachdem Experten zuvor erklärt hatten, dem kranken und geschwächten Tier könne nicht sinnvoll geholfen werden und es solle in Ruhe sterben dürfen, wurde nun grünes Licht für eine Rettungsaktion gegeben.

„Insofern tritt jetzt eine neue Situation ein“, sagte Backhaus und zeigte sich vorsichtig optimistisch. „Ich bin zwar noch vorsichtig, aber doch ziemlich glücklich.“ Die Entscheidung für die Rettungsmission sei am Mittwochmittag getroffen worden.

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Einzigartiges Rettungskonzept in Vorbereitung

Das ambitionierte Vorhaben sieht vor, den Wal lebend zu bergen und bis in die Nordsee – gegebenenfalls sogar bis in den Atlantik – zu transportieren. Nach Angaben des Ministers handelt es sich dabei um eine in dieser Form einzigartige Operation.

Das detaillierte Rettungskonzept umfasst mehrere Schritte:

  • Zunächst soll der Bereich unter den Brustflossen (Flippern) des Wals freigespült werden
  • Anschließend wird das Tier mithilfe von Luftkissen angehoben
  • Eine spezielle Plane wird unter den Wal geführt
  • Der Transport erfolgt auf dieser zwischen zwei Pontons gespannten Plane
  • Ein Schlepper zieht die beiden Pontons mit dem Wal

Privatinitiative übernimmt Verantwortung

Hinter dem Rettungskonzept stehen die Unternehmer Karin Walter-Mommert und Walter Gunz, letzterer bekannt als Mediamarkt-Gründer. Die Initiatoren übernehmen laut Backhaus die komplette Verantwortung, auch finanziell. „Die haben unser Haus komplett freigestellt“, betonte der Minister.

Zeitplan der Rettungsaktion

Die Maßnahmen sollten unverzüglich starten. Bereits am Mittwoch sollten Taucher ins Wasser gehen, um Kontakt zu dem Tier aufzunehmen und es zu beruhigen. Dabei soll auch der Untergrund untersucht werden. Am Donnerstagmorgen könnten weitere Vorbereitungsmaßnahmen erfolgen, und bereits am Freitag könnte der Wal auf die Reise gehen.

Backhaus betonte, dass es sich um minimalinvasive Eingriffe handle, die veterinärmedizinisch begleitet werden. „Er ist nicht aktiv, er ist erst recht nicht agil, aber er zeigt, dass da Leben noch drinsteckt“, beschrieb der Minister den Zustand des Wals. „Er hat sicher schwere Schäden, das ist so. Aber vielleicht gelinge die Rettung dennoch.“

Deutsches Meeresmuseum nicht eingeweiht

In einer überraschenden Entwicklung teilte das Deutsche Meeresmuseum mit, dass es „nicht in die Vorbereitungen der aktuell geplanten Lebendbergung des Buckelwals vor Poel einbezogen wurde“. Das gesamte Konzept liege dem Museum nicht vor. „Die Fachleute erfuhren davon aus der Pressekonferenz“, hieß es in der Stellungnahme.

Emotionale Debatte um Wal-Schicksal

Die Situation des Wals hatte zuletzt für starke Emotionen gesorgt. Von Anfeindungen und sogar Morddrohungen gegen Beteiligte war die Rede. Menschen protestierten vor Ort und drangen in Sperrbereiche ein. Am Wochenende musste die Wasserschutzpolizei eine Frau aus dem Wasser holen, die von einem Ausflugsschiff gesprungen war.

Inzwischen begleitet die Wasserschutzpolizei das Schiff bei seinen täglichen Fahrten teils mit einem Schlauchboot. Mehrere Menschen versuchten auch gerichtlich, Hilfsaktionen durchzusetzen – bislang ohne Erfolg.

Minister Backhaus erklärte abschließend: „Die jetzige Entscheidung ist keine Abkehr davon, sondern eine verantwortungsvolle Neubewertung auf Basis neuer fachlicher Möglichkeiten.“ Das vorliegende Konzept sei unter Berücksichtigung des Bundesnaturschutzgesetzes sowie des Tierschutzrechts geprüft worden.

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