Sachsen stoppt alle Tiertransporte in den Nahen Osten aus Tierwohlgründen
Sachsen stoppt Tiertransporte in Nahen Osten

Sachsen stoppt alle Tiertransporte in den Nahen Osten aus Tierwohlgründen

Das sächsische Sozialministerium hat eine weitreichende Entscheidung getroffen: Vorläufig werden keine Transporte von Nutztieren in den Nahen Osten mehr genehmigt. Diese Maßnahme erfolgt aus Sorge um das Wohl der Tiere und die Gesundheit der begleitenden Beschäftigten, die aufgrund der aktuellen Kampfhandlungen in der Region nicht sichergestellt werden können.

Kampfhandlungen gefährden Tierwohl und Sicherheit

Sozialministerin Petra Köpping (SPD) erklärte, dass unkalkulierbare Verzögerungen oder Umleitungen der Transporte deren Dauer erheblich verlängern könnten. „Damit steigt das Risiko für Stress, Verletzungen und Leiden der Tiere deutlich an. Das ist nicht hinnehmbar“, betonte Köpping. Die Regelung gilt für Transporte nach Israel, in die palästinensischen Gebiete sowie in folgende Länder:

  • Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran
  • Bahrain, Kuwait, Oman, Vereinigte Arabische Emirate
  • Saudi-Arabien, Katar und Jemen

Das Ministerium hat die sächsischen Veterinärbehörden angewiesen, entsprechende Anträge abzulehnen. Die Abfertigung bleibt untersagt, solange die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes bestehen.

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EU-Tierschutzstandards müssen eingehalten werden

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs darf der EU-Tierschutzstandard beim Transport von Tieren in Drittländer nicht an der EU-Außengrenze enden. Die Bestimmungen müssen über die gesamte Reisedauer bis zum Bestimmungsort eingehalten werden. Diese rechtliche Grundlage unterstreicht die Bedeutung der sächsischen Entscheidung.

Statistische Daten zu den Transporten

Laut Sozialministerium wurden im vergangenen Jahr 231 Zuchtrinder aus Sachsen in den Nahen Osten transportiert. Im Jahr 2024 waren es 600 Rinder. In diesem Jahr gab es bisher keine Transporte, was die aktuelle Situation widerspiegelt.

Diese Maßnahme zeigt, wie regionale Behörden auf internationale Krisen reagieren, um Tierwohl und Arbeitssicherheit zu priorisieren. Die Entscheidung unterstreicht die Verantwortung, die Sachsen in Bezug auf Tierschutz und menschliche Gesundheit übernimmt.

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