Tierschutzverein Neubrandenburg in der Krise: Mitglieder fordern neuen Vorsitz
Tierschutzverein Neubrandenburg: Streit um Vorsitz

Tierschutzverein Neubrandenburg in der Krise: Mitglieder fordern neuen Vorsitz

Im Tierschutzverein Neubrandenburg brodelt es gewaltig. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag, dem 22. März, entlud sich der angestaute Unmut zahlreicher Vereinsmitglieder in einem konkreten Antrag: Sie fordern die Abwahl und Neuwahl des gesamten Vorstands, insbesondere des Vorsitzenden Kurt Kadow. Hintergrund sind tiefgreifende Differenzen über die künftige Ausrichtung des Vereins.

Frischer Wind versus bewährte Strukturen

Die Fronten sind klar: Eine Gruppe von Mitgliedern drängt auf einen kompletten Neuanfang. „Wir brauchen frischen Wind in den Verein“, betonen mehrere Befürworter der Abwahl. Ihr Ziel ist es, jüngeren Mitgliedern eine Chance zu geben und die Außenwirkung des Vereins grundlegend zu verbessern. Sie beklagen, dass potenzielle Unterstützer und Kooperationspartner wie der Tierschutzbund oder örtliche Tierheime teilweise negativ reagieren, sobald der Name des aktuellen Vorsitzenden Kurt Kadow fällt.

Die finanzielle Transparenz ist ein weiterer kritischer Punkt. Die Mitglieder fordern klare Einblicke in die Verwendung der Spendengelder, um das Vertrauen zu stärken. Im vergangenen Jahr erhielt der Verein rund 52.000 Euro an Spenden, von denen etwa 44.000 Euro für Tierarztkosten aufgewendet wurden.

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Kadow: Unersetzbarer Einsatz für das Tierwohl

Auf der anderen Seite stehen Mitglieder und Unterstützer, die an der bewährten Arbeit festhalten wollen. Sie schätzen Kurt Kadow für seinen unermüdlichen, praktischen Einsatz. „Wenn Katzen eingesammelt, zum Tierarzt gefahren oder tote Tiere geborgen werden müssen, ist Kurt Kadow immer da“, heißt es aus diesen Kreisen. Ein Gast brachte die Befürchtung auf den Punkt: „Wenn man Kurt aus dem Verein nimmt, geht ein großer Teil der Arbeit verloren.“

Kadow selbst stellt klar, dass ein Verlust des Vorsitzes für ihn das Ende seiner aktiven Vereinsarbeit bedeuten würde. „Es gibt keinen Ersatz für mich. Wenn ich nicht mehr Vorsitz bin, lege ich meine Arbeit nieder“, erklärte er auf der Versammlung.

Vertagte Entscheidung und neuer Vorstand

Die hitzige Debatte führte zu keinem sofortigen Ergebnis. Der Antrag auf Ab- und Neuwahl des Vorsitzes wurde auf die nächste Mitgliederversammlung vertagt, die frühestens in sechs Monaten stattfinden kann. Kurt Kadow kündigte an, zunächst die Rechtmäßigkeit des Antrags prüfen zu lassen.

Dennoch wurden wichtige Weichen gestellt: Die vier anderen Vorstandspositionen, die zuvor aufgrund von Diskrepanzen vakant waren, wurden neu besetzt. Die Hoffnung ist, dass dieser teilweise neue Vorstand bereits den gewünschten frischen Wind bringen und positive Impulse für das Tierwohl setzen kann.

Bilanz des Vereins: Erfolge trotz interner Spannungen

Trotz der internen Querelen blickt der Verein auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Die Mitgliederzahl konnte mit 151 Personen konstant gehalten werden. Der Verein betreute nicht nur Katzen an den festen Standorten Miezhaus und Katzenoase, sondern versorgte auch mehrere hundert frei lebende Katzen an 180 Futterstellen in der Stadt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Kastration: 310 Katzen und Kater wurden behandelt, um der Überpopulation und dem Elend von Straßenkatzen entgegenzuwirken.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Verein den internen Konflikt überwinden und seine wichtige Arbeit für den Tierschutz in Neubrandenburg fortsetzen kann.

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