Tigerausbruch bei Leipzig: Tierschützer bieten Hilfe für Großkatzen an
Tigerausbruch: Hilfe für Großkatzen angeboten

Tigerausbruch bei Leipzig: Tierschützer bieten Hilfe für verbliebene Großkatzen an

Leipzig - Nach dem Ausbruch eines Tigers aus einem privaten Gehege in der Nähe von Leipzig ist die Zukunft der acht verbliebenen Großkatzen ungewiss. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat ihre Unterstützung bei der Umsiedlung der Tiere in geeignete und artgerechte Einrichtungen angeboten. Allerdings ist das weitere Vorgehen von behördlicher Seite noch nicht geklärt, wie das zuständige Landratsamt Nordsachsen mitteilte. Zunächst müssten die Ermittlungen zur Ursache des Ausbruchs abgewartet werden.

Vier Pfoten bietet konkrete Hilfe an

Eine Sprecherin von Vier Pfoten erklärte, dass derzeit geprüft werde, welche konkrete Unterstützung angeboten werden könne. Die Organisation betreibt in Maßweiler in Rheinland-Pfalz eine Auffangstation, die auch Großkatzen aus privater Haltung aufnimmt. Darüber hinaus verfügt Vier Pfoten über das Großkatzenschutzzentrum „Felida“ in den Niederlanden. Dort werden Großkatzen aus unterschiedlichen Verhältnissen wie Zirkussen, unangemessener privater Haltung und kriegszerstörten Zoos aufgenommen und gepflegt. Nach einer Phase der körperlichen und geistigen Erholung können die Tiere in die größere Rettungsstation „Lionsrock“ in Südafrika überführt werden.

Hintergrund des Vorfalls

Am Sonntagmittag war ein ausgewachsener männlicher Tiger aus der Anlage in einem Gewerbegebiet nahe der Autobahn 9 entkommen. Dabei wurde ein 72-jähriger Mann schwer verletzt. Die Polizei erschoss den Tiger im Bereich einer Kleingartenanlage. Nach Angaben des Landratsamtes hatte die private Tigerhaltung nicht den gesetzlichen Anforderungen genügt. Der Halterin sei bereits in der Vergangenheit aufgegeben worden, die Haltungsbedingungen zu verbessern.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Rechtliche Grundlagen der Tierhaltung

Laut Tierschutzgesetz muss jedes Tier „seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen“ untergebracht werden. Allerdings geht aus dem Gesetz nicht hervor, was dies für Raubkatzen im Allgemeinen und Tiger im Besonderen konkret bedeutet. Die Behörden ziehen daher für die Beurteilung einer privaten Tierhaltung das sogenannte Säugetiergutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums heran. Dieses Gutachten legt fest, dass für ein oder zwei Tiger ein Außengehege von mindestens 200 Quadratmetern zur Verfügung stehen muss. Für jedes weitere ausgewachsene Tier kommen jeweils 100 Quadratmeter hinzu.

Die Tierschützer von Vier Pfoten hoffen nun, dass die Behörden schnell eine Entscheidung treffen, um die verbliebenen Großkatzen in artgerechte Einrichtungen umsiedeln zu können. Die Organisation steht bereit, um die Tiere zu übernehmen und ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration