Seltene Pferderasse in Gefahr: Wolfsangriff auf Schleswiger Kaltblut-Fohlen in Mecklenburg-Vorpommern
Wolfsangriff auf seltenes Fohlen: Schleswiger Kaltblut in Gefahr

Wolfsangriff auf seltenes Fohlen: Schleswiger Kaltblut in Gefahr

In der Mecklenburgischen Seenplatte hat ein tragischer Vorfall die Diskussion um den Umgang mit Wölfen neu entfacht. In Adamsdorf wurde ein Fohlen der seltenen Pferderasse Schleswiger Kaltblut von Wölfen gerissen. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 7. auf den 8. April dieses Jahres, nur kurze Zeit nach der Geburt des Jungtieres.

Bedrohte Rasse mit nur 500 Tieren

Das Schleswiger Kaltblut gehört zu den vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen und steht auf der Roten Liste. Mit einem Gesamtbestand von nur noch etwa 500 Tieren in Deutschland wiegt jeder Verlust besonders schwer. Kurt Kadow, Vorsitzender des Tierschutzvereins Neubrandenburg, betont: „Der im Artikel geschilderte Vorfall ist besonders tragisch – nicht nur wegen des einzelnen Tieres, sondern auch aufgrund der betroffenen Rasse.“

Hinweise auf Wolfsrudel

Nach Einschätzung des Tierschützers spricht alles dafür, dass es sich bei dem Angriff um ein Wolfsrudel gehandelt hat. „Ein einzelner Wolf dürfte kaum in der Lage sein, ein etwa 80 Kilogramm schweres Fohlen innerhalb einer Nacht in der beschriebenen Weise zu töten und nahezu vollständig zu verwerten“, erklärt Kadow. Das Ausmaß der Zerstörung deute vielmehr auf mehrere Tiere hin.

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Zunehmende Konflikte zwischen Wildtieren und Nutztierhaltung

Der Tierschutzvereinsvorsitzende beobachtet solche Vorfälle seit Jahren mit wachsender Sorge. „Die Entwicklung bereitet mir Sorge, da sich Konflikte zwischen Wildtieren und Nutztierhaltung erkennbar häufen“, so Kadow. Der Mensch habe den Lebensraum der Wildtiere massiv eingeschränkt, während der Wolf in der heutigen Kulturlandschaft kaum noch natürliche Feinde habe.

Unter diesen Bedingungen konnte sich der Wolfsbestand ungehindert entwickeln und ausbreiten. Zunehmend werde beobachtet, dass Wölfe ihre Scheu verlieren und sich auch in der Nähe von Siedlungen aufhalten. „Auch wenn solche Fälle selten sind, sollten sie nicht ignoriert werden“, warnt Kadow mit Blick auf vereinzelte Angriffe auf Menschen im Ausland.

Forderung nach ausgewogenem Management

Gerade vor dem Hintergrund, dass es sich bei dem getöteten Tier um eine seltene und schützenswerte Rasse handelt, muss dieser Vorfall nach Ansicht des Tierschützers Anlass sein, die aktuelle Entwicklung kritisch zu hinterfragen. „Der Schutz von Nutztieren – insbesondere gefährdeter Rassen – sowie die Sicherheit der Bevölkerung müssen stärker in den Fokus rücken“, fordert Kadow.

Es sei daher erforderlich, dass die zuständigen Behörden die Situation realistisch bewerten und rechtzeitig geeignete Maßnahmen ergreifen. „Ziel sollte ein ausgewogenes und vorausschauendes Management sein, das sowohl dem Schutz der Wildtiere als auch den berechtigten Interessen von Tierhaltern und der Bevölkerung gerecht wird“, so der Tierschutzvereinsvorsitzende abschließend.

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