Bayerns Umweltbilanz: Landtag verschweigt Öko-Märchen
Bayerns Umweltbilanz: Landtag verschweigt Öko-Märchen

Die AZ hat die Umweltbilanz des Bayerischen Landtags systematisch unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Experten entdecken Ungereimtheiten, die als „Zahlendrehereien“ bezeichnet werden. Klimaschützer sprechen von „Tricks“ zulasten der Demokratie. Die Enthüllungen sorgen im Landtagspräsidium für Aufsehen. Vizepräsident Ludwig Hartmann (Grüne) kündigt an, mehr Transparenz schaffen zu wollen.

Der Plan: CO₂-Neutralität bis 2028

Der parlamentarische Betrieb im Maximilianeum soll bis 2028 CO₂-neutral sein. Dieses Ziel hat sich der Landtag selbst gesetzt. Doch die AZ-Recherche zeigt, dass die offiziellen Zahlen möglicherweise geschönt sind. So werden etwa Emissionen aus Dienstreisen und Lieferketten nicht korrekt erfasst. Stattdessen setzt man auf Kompensationsprojekte, deren Wirkung fragwürdig ist.

Kritik der Wissenschaft

Umweltforscher der Technischen Universität München haben die Daten analysiert. Sie kommen zu dem Schluss, dass der Landtag „systematisch die Realität verschleiert“. So würden Einsparungen doppelt gezählt oder Maßnahmen angerechnet, die gar nicht umgesetzt wurden. Ein Professor für Klimapolitik spricht von „einer Gefahr für die Glaubwürdigkeit des Parlaments“.

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Reaktionen aus der Politik

Ludwig Hartmann, Vizepräsident des Landtags, zeigt sich alarmiert. Er fordert eine unabhängige Prüfung der Bilanz und will die Öffentlichkeit künftig besser informieren. „Wir müssen ehrlich sein, auch wenn das Ziel dann später erreicht wird“, so Hartmann. Die Opposition verlangt eine Sondersitzung des Umweltausschusses.

Die AZ wird die Entwicklung weiterverfolgen. Der Landtag steht nun unter Druck, seine Umweltbilanz zu korrigieren. Ob das Ziel der CO₂-Neutralität bis 2028 noch realistisch ist, bleibt fraglich.

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