Templiner Sortenschaugarten erstrahlt mit neuen Informationstafeln
Seit zwei Jahrzehnten gedeihen an der Kurmeile von Templin besondere Schätze der Natur: alte Apfel- und Birnensorten wie Hasenkopf, Ochsennase, Rote Walze oder der Großherzog Friedrich von Baden. Mehr als 100 verschiedene Apfel- und 30 Birnensorten werden in diesem ökologisch wertvollen Areal bewahrt und gepflegt. Jetzt erstrahlt der Sortenschaugarten mit neuen, attraktiven Informationstafeln, die Besucher über diese botanische Vielfalt informieren.
Gemeinsame Initiative von NABU und Stadt Templin
Die ursprünglichen Tafeln aus dem Jahr 2005 waren in die Jahre gekommen und benötigten dringend eine Überholung. Heide Wonitzki, Vorstandsmitglied im Naturschutzbund (NABU) Regionalverband Templin, erklärt: „Die alten Schilder waren inhaltlich und optisch überholungsbedürftig.“ In einer erfolgreichen Kooperation zwischen NABU und der Stadt Templin wurden die neuen Tafeln realisiert. Der NABU beauftragte ein Grafikbüro mit der Gestaltung, während die Stadtverwaltung die Herstellung durch die Firma Rieck organisierte und für die Aufstellung sorgte.
Ein Projekt mit Geschichte und Zukunft
Der Sortenschaugarten entstand ursprünglich als Kooperationsprojekt zwischen:
- Naturpark Uckermärkische Seen
- Stadt Templin
- NaturTherme Templin
- NABU Templin
Gefördert mit LEADER-Mitteln entwickelte sich das Areal zu einer wertvollen Streuobstwiese, die sich zu jeder Jahreszeit für einen Besuch lohnt. Später kamen Birnenbäume im Rahmen einer städtischen Ausgleichsmaßnahme hinzu. Im vergangenen Jahr investierte der NABU etwa 12.000 Euro und leistete rund 1.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit für die Pflege der etwa fünf Hektar großen Fläche.
Baumpatenschaften erfreuen sich großer Beliebtheit
Ein besonderes Element des Schaugartens sind die Baumpatenschaften. Für einen Jahresbeitrag von 25 Euro können Interessierte eine Patenschaft übernehmen und damit zum dauerhaften Erfolg des Projekts beitragen. Die Bäume tragen dann ein Schild mit den Namen ihrer Paten. „In den ersten Jahren waren es meist Menschen aus der Region“, so Heide Wonitzki. „Inzwischen nehmen auch Berliner daran teil und verschenken solche Patenschaften zur Einschulung oder zur Hochzeit.“ Die Baumpaten erhalten jährlich einen Informationsbrief und eine Einladung zum Streuobsttag, wo sie ihren Patensaft abholen können.
Regelmäßige Pflege und neue Bäume
Die kontinuierliche Pflege des Schaugartens umfasst mehrere Aufgaben:
- Regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls Ersatz der Nummernschilder an den Bäumen
- Vorbereitung des jährlichen Arbeitseinsatzes mit der Oberschule
- Baumschnitt und Pflegearbeiten in Zusammenarbeit mit dem Fachbetrieb „UMBIO“ aus Grünheide
Erst kürzlich gab es Zuwachs im Sortenschaugarten: Die NaturTherme Templin finanzierte vier neu gepflanzte Bäume als Ersatzmaßnahme für gefällte Bäume auf ihren Parkplätzen. Insgesamt werden im Rahmen dieser Maßnahme 144 Bäume neu gepflanzt, davon 40 im Sortenschaugarten. Für Neuanpflanzungen gilt die Regel: Drei Bäume pro festgelegter Sorte.
Ein lebendiges Denkmal der Sortenvielfalt
Der Templiner Sortenschaugarten ist mehr als nur eine Sammlung alter Obstsorten – er ist ein lebendiges Denkmal der biologischen Vielfalt und ein Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Naturschutz, Kommune und lokaler Wirtschaft. Die neuen Informationstafeln machen nun noch besser auf dieses besondere Areal aufmerksam und informieren Besucher über die historischen und regionalen Besonderheiten der hier bewahrten Sorten.



