Dem kleinen Park zwischen Malchins Stadion und dem Kulturhaus sieht man auf den ersten Blick nicht an, welche Besonderheiten ihn auszeichnen. Es sind 38 junge, verschiedene Bäume, die hier wachsen. Am Freitag wurde wieder ein neuer gepflanzt – die Zitter-Pappel, auch Espe genannt. Sie ist der diesjährige Baum des Jahres.
Alle Bäume des Jahres in einem Hain
„Seit 2013 pflanzen wir hier jedes Jahr und haben auch alle bisherigen 38 Bäume des Jahres zusammen“, sagt mit einem gewissen Stolz Gerd Taufmann vom Förderverein des Naturparks Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See, der sich um die Pflanzungen kümmert. Malchin dürfte damit den einzigen Hain landesweit haben, in dem alle Bäume des Jahres vereint sind, darunter Stileiche, Vogelkirsche, Wildapfel oder Rosskastanie.
Die Zitter-Pappel sei schon nach der letzten Eiszeit in der Region gewesen, sagte Norbert Templin vom Förderverein und sprach sogar von der ältesten hiesigen Baumart. Wegen ihres schnellen Wachstums und der Vermehrung über Wurzelausläufer war sie lange unbeliebt, da sie andere Arten verdrängen kann. Im Malchiner Hain sei das aber nicht zu erwarten, betonte Norbert Templin vom Förderverein und verwies auf die Pflege durch den Stadtbauhof.
Warum die Blätter der Pappel zittern
Ihren Namen verdankt die Zitter-Pappel den Blättern, die schon bei leichtem Wind zu zittern scheinen. Ursache sind lange, seitlich abgeflachte Blattstiele, die wie ein Gelenk wirken. Das Holz der Zitter-Pappel lässt sich gut bearbeiten. Wegen seiner geringen Dichte wird es unter anderem für die Produktion von Streichhölzern genutzt.
Nun ist die Hoffnung groß, dass die Zitter-Pappel auch gut anwächst. Vier Bäume des Jahres sind dem Förderverein nämlich im Hain der Jahresbäume schon eingegangen. „Die Traubeneiche sogar schon zweimal“, berichtet Norbert Templin. Der Verein habe sich aber stets um Nachpflanzungen gekümmert. „Es ist hier auch nicht der allerbeste Standort. Früher muss hier mal viel Abfall gelagert gewesen sein. Beim Einrichten des Platzes haben wir hier sogar mal eine Eisenbahnschiene aus dem Boden geholt“, erinnert sich Norbert Templin. Diese Vergangenheit ist dem einzigartigen Park mit seinen ganz besonderen Bäumen aber längst nicht mehr anzusehen.



