Homeoffice-Umfrage: Jeder Vierte nutzt Arbeitszeit für private Hobbys
Homeoffice: Jeder Vierte nutzt Arbeitszeit für Hobbys

Homeoffice-Studie enthüllt: Jeder Vierte nutzt Arbeitszeit für private Aktivitäten

Die Debatte um das Homeoffice bleibt kontrovers. Während viele Beschäftigte sich ein Arbeitsleben ohne die Möglichkeit des mobilen Arbeitens kaum noch vorstellen können, hegen insbesondere Führungskräfte häufig Zweifel an der Produktivität ihrer Teams außerhalb des Büros.

Konzentrierter arbeiten im Homeoffice

Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Personalberatung YER bringt nun überraschende Ergebnisse ans Licht. 52 Prozent der befragten Angestellten gaben an, am heimischen Schreibtisch sogar konzentrierter zu arbeiten als im Büro. Für 63 Prozent wirkt sich der Zeitgewinn durch den Wegfall des Pendelns positiv auf die eigene Leistungsfähigkeit aus. Bemerkenswert ist zudem, dass über ein Drittel der Befragten regelmäßig Überstunden im Homeoffice ableistet.

Grauzone zwischen Produktivität und Privatvergnügen

Doch die Studie offenbart auch eine Schattenseite der Heimarbeit. 44 Prozent der Befragten räumten ein, während der Arbeitszeit kleinere Haushaltstätigkeiten zu erledigen. Noch deutlicher wird der Trend bei privaten Hobbys: 27 Prozent, also mehr als jeder Vierte, integrieren regelmäßig private Aktivitäten in ihre bezahlte Arbeitszeit.

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Ein signifikanter Geschlechterunterschied zeichnet sich hier ab: Während 31 Prozent der männlichen Befragten angaben, Hobbys oder andere private Aktivitäten regelmäßig in ihre Homeoffice-Arbeitszeit einzubauen, lag dieser Anteil bei Frauen mit 20 Prozent deutlich niedriger.

Rechtliche Grenzen des Homeoffice

Darf man also während der Arbeitszeit tun, was man möchte, solange die Leistung stimmt? „Nein“, stellt Fachanwalt für Arbeitsrecht Volker Görzel klar. „Wer Tätigkeiten im Haushalt während der Arbeitszeit erledigt, begeht Arbeitszeitbetrug.“ Sowohl Haushaltsarbeiten als auch private Hobbys müssen demnach bis zur offiziellen Pause warten.

Ausnahmen gelten laut dem Rechtsexperten nur in begründeten Einzelfällen: „Sofern Sie das dem Arbeitgeber angekündigt haben, dürfen Sie beispielsweise Handwerker empfangen.“ Wer also ankündigt, aufgrund eines Handwerkertermins im Homeoffice zu arbeiten, darf kurzzeitig nicht erreichbar sein. Grundsätzlich gilt jedoch: „Wer im Homeoffice arbeitet, muss genauso gut erreichbar sein wie im Büro.“

Die Umfrageergebnisse zeigen somit ein ambivalentes Bild der Heimarbeit: Einerseits steigert sie bei vielen die Konzentration und Produktivität, andererseits öffnet sie Tür und Tor für Grenzüberschreitungen zwischen Beruflichem und Privatem. Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bleibt die Herausforderung, klare Regeln zu etablieren, die Vertrauen und Leistungsbereitschaft fördern, ohne Spielraum für Missbrauch zu lassen.

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