Reiche warnt vor Kerosin-Alarmismus trotz Iran-Kriegs-Auswirkungen
Reiche warnt vor Kerosin-Alarmismus trotz Iran-Krieg

Reiche warnt vor Alarmismus bei Kerosin trotz Iran-Kriegs-Auswirkungen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich zu den wachsenden Sorgen um eine mögliche Kerosinknappheit infolge der Auswirkungen des Iran-Kriegs geäußert. Während sie Gegenmaßnahmen für den Ernstfall ankündigt, mahnt die Ministerin gleichzeitig zur Besonnenheit und warnt vor übertriebener Alarmbereitschaft.

„Alarmismus hilft nicht“ – Ministerin appelliert an Sachlichkeit

„Alarmismus bei Kerosin hilft nicht“, betonte Reiche gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Versorgungslage auf den internationalen Märkten sei derzeit sehr unterschiedlich ausgeprägt, weshalb pauschale Warnungen nicht angebracht seien. Das Bundeswirtschaftsministerium nehme die Bedenken der Luftfahrtbranche dennoch ernst und stehe in ständigem Austausch mit den relevanten Akteuren.

„Wir sind daher im engen und kontinuierlichen Dialog mit den Vertretern der Branche, um mögliche Auswirkungen auf den deutschen Luftverkehr genau zu beobachten“, erklärte die Ministerin. „Zielgerichtete Gegenmaßnahmen können schnell ergriffen werden, sobald sie notwendig werden.“

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Krisentreffen am Montag mit allen Stakeholdern

Für den kommenden Montag hat das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium ein umfassendes Gespräch mit allen relevanten Parteien einberufen. Eingeladen wurden Versorger, Flughafenbetreiber, Fluggesellschaften und Branchenverbände, um die aktuelle Situation gemeinsam zu bewerten und Handlungsoptionen zu diskutieren.

„Ich halte nichts davon, jedes denkbare Szenario öffentlich zu debattieren“, sagte Reiche weiter. Stattdessen gelte es, sorgfältig und überlegt zu handeln, ohne unnötige Panik zu verbreiten.

Finanzminister Klingbeil fordert entschlossenes Handeln

Zuvor hatte sich bereits Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zu den Warnungen der Internationalen Energieagentur vor einem möglichen Kerosinmangel geäußert. „Wir müssen die Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen“, erklärte der SPD-Chef dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

Klingbeil forderte umfassende Maßnahmen, die nicht nur preispolitische Aspekte berücksichtigen sollten. „Für mich ist klar: Wir sollten nicht nur das Preisproblem angehen, sondern müssen jederzeit auch die Versorgungssicherheit im Blick haben“, betonte der Finanzminister.

Bundesregierung setzt auf flexible Strategie

Im Rahmen der Beteiligung an den Freigaben der Internationalen Energieagentur hat sich die Bundesregierung laut Reiche für eine flexible Vorgehensweise entschieden. Mengen werden in mehreren Chargen zunächst bis Ende April angeboten, um auf die künftige Marktentwicklung reagieren zu können.

Neben Rohöl und Diesel wurden bereits 50.000 Tonnen Jet-Treibstoff freigegeben. Der Erdölbevorratungsverband verfügt aktuell über weitere knapp 1,1 Millionen Tonnen gelagertes Kerosin. „Sollte in Deutschland tatsächlich eine physische Versorgungsknappheit mit Jet-Treibstoff drohen, können wir mit der nationalen Reserve reagieren“, erklärte die Wirtschaftsministerin.

Deutschland besser aufgestellt als andere Länder

Ein wichtiger Faktor sei die eigene Raffineriewirtschaft in Deutschland, die auch Kerosin produziere. „Deutschland ist dadurch deutlich besser aufgestellt als manche anderen Länder“, betonte Reiche. Diese nationale Produktionskapazität biete zusätzliche Sicherheit in der aktuellen unsicheren Marktlage.

Die Ministerin verwies darauf, dass die Bundesregierung die Entwicklung kontinuierlich beobachte und bei Bedarf weitere Maßnahmen ergreifen werde. Die Einladung zum Montagsgespräch zeige den Willen, gemeinsam mit der Branche Lösungen zu finden und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

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