Iran-Krieg löst Energiekrise aus: Asiatische Länder führen Vier-Tage-Woche ein
Iran-Krieg: Asiatische Länder führen Vier-Tage-Woche ein

Iran-Krieg verursacht Energiekrise: Vier-Tage-Woche in Asien

Die Eskalation des Iran-Konflikts hat unerwartete Folgen für die globale Energieversorgung. Durch die faktische Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus geraten Öllieferungen massiv unter Druck. Diese Entwicklung zwingt mehrere asiatische Regierungen zu drastischen Maßnahmen im Arbeitsalltag.

Asiatische Länder reagieren mit Arbeitszeitverkürzung

Wie das amerikanische Wirtschaftsmagazin Fortune berichtet, führen erste Staaten die Vier-Tage-Woche für den öffentlichen Dienst ein. Sri Lanka machte den Anfang und setzte diese Regelung Mitte März für staatliche Einrichtungen, Schulen und Universitäten um. Zusätzlich wurden Homeoffice und Treibstoffrationierung angeordnet.

Pakistan zog umgehend nach und verkürzte die Arbeitswoche für Regierungsbeschäftigte ebenfalls auf vier Tage. Auf den Philippinen ordnete Präsident Ferdinand Marcos Jr. eine vorübergehende Vier-Tage-Woche für ausgewählte Regierungsbehörden an.

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Weitere Sparmaßnahmen in der Region

Die Energiekrise betrifft zahlreiche Länder in Asien:

  • Bangladesch schloss Universitäten und rationierte Treibstoff
  • Vietnam rief Unternehmen zu verstärktem Homeoffice auf, um Pendelverkehr zu reduzieren
  • Die Internationale Energieagentur (IEA) empfiehlt Sofortmaßnahmen gegen den Ölpreisschock

Die IEA betont dabei besonders die Bedeutung von Homeoffice, reduziertem Verkehr und geringerem Energieverbrauch als unmittelbare Gegenmaßnahmen.

Experten bewerten die Entwicklung unterschiedlich

William Self von der internationalen Personalberatung Mercer sieht Parallelen zur Corona-Pandemie: „Remote-Arbeit hat sich nicht verbreitet, weil Unternehmen sie geplant haben“, erklärt er. Die damals erzwungene Umstellung auf Homeoffice blieb in vielen Fällen erhalten.

Der Organisationspsychologe Wladislaw Rivkin von der Trinity Business School in Dublin äußert sich hingegen skeptischer: „Ich sehe darin kein Modell für die USA und Großbritannien, zumindest nicht langfristig, da der derzeitige starke Anstieg der Kraftstoffkosten nur vorübergehend ist.“

Deutsche Perspektive auf die Vier-Tage-Woche

In Deutschland wird die Vier-Tage-Woche seit den 1970er und 1980er Jahren im Rahmen der Arbeitszeitdebatte diskutiert. Besonders der Kampf der IG Metall um die 35-Stunden-Woche prägte diese Diskussion. Ab 2022/2023 erhielt das Modell neuen Aufschwung, allerdings stehen in den aktuellen Tarifrunden vor allem Lohnerhöhungen und Beschäftigungssicherung im Vordergrund.

Die aktuelle Entwicklung in Asien zeigt, wie globale politische Konflikte unmittelbare Auswirkungen auf Arbeitsmodelle und Energiepolitik weltweit haben können. Ob sich die Vier-Tage-Woche als dauerhafte Lösung etabliert, bleibt abzuwarten.

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