Job-Hopping verliert an Attraktivität: Wirtschaftliche Unsicherheit fördert Stabilitätsbedürfnis
Job-Hopping verliert an Beliebtheit in unsicheren Zeiten

Job-Hopping verliert an Attraktivität in unsicherer Wirtschaftslage

Die Bereitschaft deutscher Arbeitnehmer zu häufigen Stellenwechseln, bekannt als Job-Hopping, nimmt spürbar ab. Dies belegt die jährliche Wechselbereitschaftsstudie der Hamburger Karriereplattform Xing, für die das Meinungsforschungsinstitut Forsa repräsentativ etwa 3.400 abhängig Beschäftigte befragt hat.

Rückgang der Wechselbereitschaft um zwei Prozentpunkte

Laut der aktuellen Erhebung plant oder erwägt aktuell nur noch etwa jede dritte Person (34 Prozent) einen Arbeitgeberwechsel. Im Vergleich zum Vorjahr 2025, als dieser Wert noch bei 36 Prozent lag, zeigt sich ein deutlicher Rückgang. In früheren Jahren äußerten sogar 37 Prozent der Befragten Überlegungen, ihren aktuellen Arbeitsplatz zu verlassen.

Julian Stahl, Arbeitsmarktexperte bei Xing, erklärt diesen Trend mit der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation: „Geopolitische Spannungen haben zugenommen, Technologien entwickeln sich rapide, und die Wirtschaft leidet unter einer spürbaren Flaute. Diese Faktoren führen bei vielen Beschäftigten zu einem verstärkten Wunsch nach Stabilität im Arbeitsleben.“

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Altersgruppen zeigen unterschiedliche Tendenzen

Die Studie offenbart markante Unterschiede in der Wechselbereitschaft verschiedener Altersgruppen. Während jüngere Arbeitnehmer nach wie vor relativ offen für Veränderungen sind, zeigt sich bei älteren Beschäftigten eine gegenläufige Entwicklung.

  • Die Wechselbereitschaft schwankt insgesamt zwischen 17 und 44 Prozent, abhängig vom Alter der Befragten.
  • Je jünger der Beschäftigte ist, desto eher kann er sich einen Arbeitgeberwechsel vorstellen.
  • Bei den sogenannten Babyboomern (Jahrgänge 1946 bis 1964) hat die Veränderungsbereitschaft sogar leicht zugenommen: 17 Prozent können sich einen Wechsel vorstellen, was einem Plus von zwei Prozentpunkten entspricht.

Methodik der repräsentativen Befragung

Forsa führte die Erhebung zwischen dem 15. Dezember 2025 und dem 8. Januar 2026 durch. Befragt wurden ausschließlich abhängig Beschäftigte im Alter von 18 bis 67 Jahren, also Angestellte und Arbeiter in einem festen Arbeitsverhältnis. Die Studie liefert damit ein detailliertes Bild der aktuellen Stimmungslage auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich viele Arbeitnehmer in der gegenwärtigen wirtschaftlich unsicheren Phase bewusst für Kontinuität und Beständigkeit entscheiden, anstatt risikoreiche Wechsel in Betracht zu ziehen.

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