Exklusiv-Report: Schwarzarbeit bei Haushaltshilfen lohnt sich kaum – legale Jobs zahlen besser
Haushaltshilfen in Deutschland verdienen durchschnittlich 17,93 Euro pro Stunde, was deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt. Dies geht aus dem neuen „Haushaltshilfen-Report 2026“ des Dienstleisters „Quitt Deutschland“ hervor, der exklusiv vorliegt. Der Report offenbart jedoch ein gravierendes Problem: Der Markt ist unübersichtlich, regional stark unterschiedlich und wird von Schwarzarbeit beherrscht.
Große regionale Unterschiede bei den Stundenlöhnen
Je nach Bundesland variieren die Verdienste legal angemeldeter Haushaltshilfen erheblich. Die Auswertung basiert auf 1935 über Quitt Deutschland verwalteten Arbeitsverträgen in Privathaushalten und zeigt ein klares regionales Gefälle.
- Bayern: 18,92 Euro
- Berlin: 18,58 Euro
- Hessen: 18,41 Euro
- Baden-Württemberg: 18,00 Euro
- Nordrhein-Westfalen: 17,76 Euro
- Niedersachsen: 17,18 Euro
- Brandenburg: 16,93 Euro
- Mecklenburg-Vorpommern: 16,90 Euro
- Sachsen: 16,90 Euro
- Sachsen-Anhalt: 16,90 Euro
- Thüringen: 16,90 Euro
- Hamburg: 16,59 Euro
- Schleswig-Holstein: 16,43 Euro
- Rheinland-Pfalz: 16,00 Euro
- Bremen: keine Angabe
- Saarland: keine Angabe
Der Vergleich verdeutlicht: Bayern zahlt mit fast einem Euro über dem Durchschnitt am besten, während kleinere und strukturschwächere Bundesländer wie Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein am unteren Ende liegen. Insgesamt zeichnet sich ein deutlicher Unterschied zwischen dem Süden und dem Norden bzw. Osten Deutschlands ab.
Kaum Unterschiede nach Tätigkeitsbereichen
Die Einsatzbereiche von Haushaltshilfen sind vielfältig, doch die Stundenlöhne liegen näher beieinander als oft angenommen.
- Putzhilfe: 16,86 Euro
- Seniorenbetreuung: 17,19 Euro
- Gartenhilfe: 18,16 Euro
- Kinderbetreuung: 18,25 Euro
- Haushaltshilfe: 18,32 Euro
Zwischen der am schlechtestbezahlten Tätigkeit (Putzhilfe) und der bestbezahlten (Haushaltshilfe) beträgt die Differenz lediglich 1,46 Euro. Gartenhilfe und Kinderbetreuung werden leicht über dem Durchschnitt vergütet.
Schwarzarbeit dominiert den Markt, ist aber oft nachteilig
Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) arbeiten etwa neun von zehn Haushaltshilfen schwarz. In mehr als vier Millionen Haushalten werden Hilfskräfte ohne Anmeldung beschäftigt. Gründe hierfür sind die komplizierte Abrechnung bei paralleler Tätigkeit in mehreren Haushalten, hohe Abgaben und bürokratische Hürden. Oft schieben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gegenseitig die Verantwortung zu.
Doch Schwarzarbeit ist nicht automatisch ein gutes Geschäft. Die Stundenlöhne beginnen hier meist bei 15 Euro, während der legale Durchschnitt bei 17,93 Euro liegt. Zwar erscheint Schwarzarbeit für Arbeitgeber zunächst günstiger, doch durch Steuererstattungen und Sozialleistungen bei legaler Beschäftigung relativiert sich dies. Zudem fehlen bei illegalen Jobs Absicherung, Versicherungsschutz und bezahlter Urlaub.
Tipps für die Suche nach einer guten Haushaltshilfe
Wer Unterstützung sucht, sollte nicht nur auf private Empfehlungen setzen. Online-Portale bieten eine gute Übersicht, um Angebote zu vergleichen, Kontakte zu knüpfen und Probearbeiten zu vereinbaren. „Wichtig ist, Referenzen zu prüfen und vorab klar festzulegen, welche Aufgaben übernommen werden und zu welchen Konditionen“, sagt Lena Ardelt von „Quitt Deutschland“. Vor Arbeitsbeginn sollten Aufgaben, Arbeitszeiten und Bezahlung schriftlich festgehalten werden, inklusive Urlaub und Tätigkeiten.
So melden Sie Ihre Haushaltshilfe richtig an
Die einfachste Lösung ist ein Minijob im Privathaushalt über die Minijob-Zentrale, der per Haushaltsscheck-Verfahren mit wenigen Angaben angemeldet wird. Die Behörde kümmert sich um Abgaben und Einzug. Ardelt empfiehlt: „Digitale Dienstleister können die Anmeldung und die gesamte Abwicklung übernehmen – von der Vertragserstellung bis zur Lohnabrechnung.“ Der Vorteil: Die Haushaltshilfe ist unfallversichert, und Arbeitgeber sind bei Ausfällen abgesichert. Bei Minijobs oder Vollzeitstellen ist die Abwicklung komplexer und oft Unterstützung notwendig.
Steuerliche Vorteile bei legaler Beschäftigung
Wer legal beschäftigt, kann sich einen Teil der Kosten zurückholen:
- Minijob: 20 % der Kosten, bis zu 510 Euro pro Jahr
- Sozialversicherungspflichtige Jobs: bis zu 4000 Euro
- Kinderbetreuung: bis zu 80 % absetzbar (maximal 4800 Euro)
Voraussetzung ist, dass die Haushaltshilfe angemeldet ist und per Überweisung bezahlt wird. Die Kosten werden in der Steuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen angegeben.
Fazit: Der legale Weg bietet klare Vorteile: mehr Sicherheit und finanzielle Erstattungen vom Staat. Schwarzarbeit lohnt sich kaum, da legale Jobs besser bezahlt werden und zusätzliche Absicherungen bieten.



