Weniger tödliche Arbeitsunfälle in Sachsen-Anhalt: Vier Fälle 2025 nach zwölf im Vorjahr
Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in Sachsen-Anhalt ist nach einem vergleichsweise hohen Stand im Jahr 2024 wieder deutlich gesunken. Das Landesamt für Verbraucherschutz in Halle registrierte für das Jahr 2025 insgesamt vier Arbeitsunfälle mit tödlichem Ausgang, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte. Im Vorjahr 2024 waren es noch zwölf gewesen, eine ähnlich hohe Zahl wurde zuletzt im Jahr 2013 und davor verzeichnet. Grundsätzlich ist die Zahl der tödlichen Unfälle in Deutschland wie auch in Sachsen-Anhalt langfristig rückläufig.
Vier tragische Einzelfälle mit drastischen Folgen
Die Arbeitsunfälle ereigneten sich unerwartet und mit drastischen Konsequenzen. Laut dem Landesamt für Verbraucherschutz spielten sich die Vorfälle im vergangenen Jahr wie folgt ab:
- Im Februar wurde in einer Werkstatt ein Mann beim Ölwechsel an einem Lkw vom abgeklappten Führerhaus eingeklemmt.
- Im März wurde ein Mensch bei Fällarbeiten von einem fallenden Baum erschlagen.
- Im April wollte jemand ein Schiebetor manuell bewegen, es kippte um und klemmte den Mann ein.
- Im November stürzte eine Decke bei Abrissarbeiten ein und erschlug eine Person.
Diese Beispiele verdeutlichen, wie kleine Fehler und fehlende Sicherheitsregeln bei der Arbeit fatale Folgen haben können. Ölwechsel, Baumfällung und Abrissarbeiten gehören zu den risikoreichen Tätigkeiten.
Hauptursachen: Ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Faktoren
Die Frage nach den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfälle lasse sich nicht pauschal beantworten, so der Sprecher des Landesamts. „Im Regelfall spielen mehrere Faktoren wie fehlende betriebliche Regelungen, fehlende Unterweisung, technische Mängel und persönliches Fehlverhalten zusammen.“ Über einen längeren Zeitraum betrachtet liegen die Schwerpunkte für tödliche Arbeitsunfälle in der Land- und Forstwirtschaft sowie auf Baustellen.
Bergbau: Einziger tödlicher Unfall 2025 nach keinem im Vorjahr
Gesondert wird der Bereich Bergbau erfasst. Das zuständige Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt erklärte, die häufigsten Ursachen für Arbeitsunfälle im Bergbau seien sogenannte SRS-Unfälle: Stolpern, Rutschen oder Stürzen. Den jüngsten tödlichen Arbeitsunfall habe es am 17. September 2025 gegeben. Es war auch der einzige in dem Jahr. 2024 hatte es keinen gegeben.
Die Zahl der Arbeitsunfälle insgesamt im Bergbau in Sachsen-Anhalt habe 2024 noch bei 49 gelegen und im vergangenen Jahr bei 63. „Ein langfristiger Trend ist nicht erkennbar. Die Zahlen bewegen sich auf gleichbleibendem Niveau, weisen aber Schwankungen auf“, so eine Sprecherin des Landesamts für Geologie und Bergwesen.
Insgesamt zeigt die Statistik, dass trotz des Rückgangs der tödlichen Unfälle im Jahr 2025 die Arbeitssicherheit in bestimmten Branchen wie Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Bau und Bergbau weiterhin besondere Aufmerksamkeit erfordert. Die Vermeidung von Unfällen bleibt eine kontinuierliche Herausforderung für Betriebe und Behörden.



