Vom Auto bis zum Freizeitpark: Die Gehaltsstruktur beim TÜV Süd
Autos, Aufzüge, Freizeitparks und Industrieanlagen – der TÜV Süd prüft Technik, bei der Versagen katastrophale Folgen haben könnte. Für diese verantwortungsvollen Aufgaben benötigt das Unternehmen hochqualifiziertes Personal. Doch wie steht es um die Vergütung dieser Fachkräfte? Eine detaillierte Analyse des Münchner Prüfunternehmens offenbart interessante Einblicke in die Gehaltsstrukturen und Sozialleistungen.
Vorstandsvergütung: 4,3 Millionen Euro für drei Personen
Der TÜV Süd agiert als nicht börsennotierte Aktiengesellschaft, was besondere Transparenzregeln bei der Vorstandsvergütung mit sich bringt. Im aktuellen Geschäftsbericht für das Jahr 2024 wird die Gesamtvergütung des Vorstands mit 4,3 Millionen Euro beziffert. Diese Summe verteilt sich auf drei Personen: den Vorstandsvorsitzenden, den Chief Operating Officer und den Chief Financial Officer.
Besonders bemerkenswert ist die Zusammensetzung dieser Vergütung. Etwa zwei Drittel, also rund 2,8 Millionen Euro, entfallen auf variable Bestandteile, die an die Erfüllung bestimmter Unternehmenskennzahlen geknüpft sind. Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im selben Zeitraum insgesamt 1,6 Millionen Euro für ihre Tätigkeit.
Personalausgaben: 60 Prozent des Umsatzes fließen in Beschäftigte
Weltweit beschäftigt der TÜV Süd etwa 26.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als Dienstleistungsunternehmen steht das Personal naturgemäß im Fokus, was sich in den Ausgaben deutlich widerspiegelt. Im Jahr 2024 gab der Konzern über zwei Milliarden Euro für Personalkosten aus. Bei einem Umsatz von etwa 3,4 Milliarden Euro bedeutet dies, dass knapp 60 Prozent der Umsatzerlöse direkt in die Beschäftigten fließen.
Diese Investition zahlt sich aus, wie Daten der Online-Plattform Kununu belegen. Die Gehälter beim TÜV Süd liegen in fast allen Berufsgruppen deutlich über dem deutschlandweiten Durchschnitt. Besonders hervorzuheben sind dabei die technischen und prüfenden Berufe, die das Kerngeschäft des Unternehmens ausmachen.
Gehaltsvergleich: Techniker und Ingenieure im Fokus
Die Analyse der Jahresgehälter zeigt ein klares Bild der Vergütungsstruktur beim TÜV Süd:
Technik und Prüfung:
- Ingenieure verdienen durchschnittlich 76.600 Euro (Deutschland: 68.400 Euro)
- Elektroingenieure erhalten 73.800 Euro (Deutschland: 66.000 Euro)
- Prüfingenieure kommen auf 67.200 Euro (Deutschland: 62.900 Euro)
- KFZ-Sachverständige erzielen 64.400 Euro (Deutschland: 57.600 Euro)
- Techniker verdienen 61.300 Euro (Deutschland: 50.500 Euro)
Administration und kaufmännische Dienste:
- Assistenten erhalten 57.900 Euro (Deutschland: 44.200 Euro)
- Disponenten verdienen 51.800 Euro (Deutschland: 41.300 Euro)
- Kaufmännische Angestellte kommen auf 49.000 Euro (Deutschland: 41.500 Euro)
Management und Vertrieb:
- Abteilungsleiter erzielen 113.400 Euro (Deutschland: 72.700 Euro)
- Key Account Manager verdienen 87.300 Euro (Deutschland: 73.300 Euro)
- Produktmanager erhalten 82.300 Euro (Deutschland: 65.200 Euro)
Sozialleistungen und Mitarbeitervorteile
Neben den überdurchschnittlichen Grundgehältern bietet der TÜV Süd eine Reihe freiwilliger Sozialleistungen an. Dazu gehören eine betriebliche Altersversorgung, ein Zuschuss zum Krankengeld, das vergünstigte Job-Deutschlandticket sowie günstige Ferienwohnungen für Mitarbeiter.
Ein weiterer finanzieller Anreiz ist die Beteiligung am Unternehmenserfolg durch Jahressonderzahlungen. Diese sind abhängig von der erzielten Umsatzrendite und stellen neben dem festen Gehalt eine zusätzliche Vergütungskomponente dar. Diese umfassende Vergütungsstruktur unterstreicht die Bedeutung, die der TÜV Süd der Bindung und Motivation seiner Fachkräfte beimisst.
Die Analyse zeigt deutlich: Beim TÜV Süd werden verantwortungsvolle Prüfaufgaben nicht nur durch fachliche Kompetenz, sondern auch durch attraktive Vergütungspakete gewürdigt. In einer Zeit des Fachkräftemangels setzt das Unternehmen damit Maßstäbe in der Branche der technischen Sicherheitsprüfungen.



