Uckermark: Nadine (48) verpasste ihren Traumberuf wegen Zweifeln anderer
Uckermark: Traumberuf verpasst wegen Zweifeln anderer

Uckermark: Der verpasste Traumberuf einer 48-Jährigen

Nadine Renz aus Metzelthin in der Uckermark hat Jahrzehnte in Berufen verbracht, die sie nie wirklich erfüllt haben. Für die 48-Jährige war Arbeit bislang vor allem eines: reines Geldverdienen. Doch eine alte Leidenschaft lässt sie bis heute nicht los und wirft Fragen nach verpassten Chancen auf.

Von der Fotografie-Leidenschaft zum Supermarkt-Job

Eigentlich wollte Nadine Renz schon immer Fotografin werden. „Von klein auf habe ich mich fürs Bildermachen begeistert“, erzählt sie. Doch ihre Lehrer in der Schule hielten dagegen: Sie meinten, ihre Noten seien zu schlecht für solch einen Beruf. „Sie hatten ja insofern recht, als dass ich wirklich selten Einsen mit nach Hause brachte. Aber vielleicht hatte ich ja da schon Talent“, reflektiert Nadine heute.

Das Ende vom Lied: Sie ließ ihren Traum platzen und begann stattdessen eine Lehre im Handel, die sie vom ersten Tag an hasste. Später liebäugelte sie mit einer Ausbildung zur Tischlerin, doch auch hier ließ sie sich von ihrem Umfeld beirren. „Man hielt mir entgegen, dass das keine Branche für eine Frau sei. Zu viel schwere Arbeit und ständig Dreck. Dabei lag mir das Herumwerkeln total. Und anpacken kann ich auch“, so die Uckermärkerin.

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Die wiederbelebte Fotografie-Leidenschaft

Zum Glück hat Nadine Renz ihre alte Leidenschaft für die Fotografie inzwischen wiederbelebt. „Ich liebe es total, durch die Natur zu streifen und auf den richtigen Moment zu warten“, schwärmt die zweifache Mutter. „Wenn einem da so ein Reh vor die Kamera läuft oder ein Schmetterling auf der Blüte landet – das ist der Wahnsinn. Dafür setze ich mich gern auch mal fünf bis sechs Stunden in den Wald und warte. Die Lichtverhältnisse müssen schließlich stimmen.“

Jetzt, wo ihre Kinder (25 und 22 Jahre alt) erwachsen sind, hat sie mehr Muße für diese Passion. Ihr Leben wird allerdings durch die seit 16 Jahren andauernde Krebserkrankung ihres Mannes immer wieder aus den Fugen gerissen. Sie pflegt den 66-jährigen pensionierten Tiefbauer hingebungsvoll, und zum Dank lässt er sie, so oft es geht, mit der Kamera ziehen.

Familienunterstützung und aktuelle Jobsuche

Sohn und Tochter wissen, wie wichtig ihrer Mutter das Fotografieren ist. Zum 40. Geburtstag planten sie sogar eine Reise nach Irland als Geschenk, doch Nadine lehnte ab: „Ich und fliegen, nee. In ein Flugzeug steige ich im Leben nicht“. Stattdessen schenkte die Familie ihr eine Nikon-Kamera, mit der sie inzwischen fast verschmolzen ist.

Aktuell fotografiert Nadine Renz rein privat, manchmal auch unentgeltlich für Freunde und Bekannte. Eine Selbstständigkeit in diesem Bereich wagt sie nicht: „Ich weiß nicht, ob man damit um die Runden kommt. Und wir benötigen ja als Familie meinen Verdienst“. Stattdessen sucht sie nach einer neuen Anstellung in Bereichen wie Reinigung, Hauswirtschaft, Handwerk oder Tierpflege. „Ich kann mir eigentlich fast alles vorstellen. Nur den Handel nicht“, betont sie.

Wer eine Mitarbeiterin sucht, kann sich an die Redaktion wenden. Der Kontakt wird hergestellt.

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