Hormus-Straße erneut blockiert: Iranische Revolutionsgarden verhängen Durchfahrtsverbot
Hormus-Straße: Iran blockiert erneut wichtige Handelsroute

Hormus-Straße erneut blockiert: Iranische Revolutionsgarden verhängen Durchfahrtsverbot

Die strategisch bedeutsame Straße von Hormus ist nach einer kurzen Öffnungsphase erneut vollständig blockiert. Seit Samstagvormittag haben die iranischen Revolutionsgarden die Kontrolle über die für den globalen Handel zentrale Meerenge wiederhergestellt und ein Durchfahrtsverbot verhängt.

Schließung als Antwort auf US-Blockade

Offiziell begründet Teheran die erneute Schließung mit der fortgesetzten Blockade iranischer Häfen durch die Vereinigten Staaten. Die iranischen Revolutionsgarden kündigten an, die Meerenge so lange geschlossen zu halten, bis Washington diese Maßnahmen aufhebt. Gleichzeitig plant der Iran, alle passierenden Schiffe zu kontrollieren, zu registrieren und Durchfahrtsgebühren zu erheben.

Bewaffnete Zwischenfälle auf See

Besonders brisant gestaltet sich die Sicherheitslage auf dem Wasser. Laut der britischen Behörde UKMTO und verschiedenen Sicherheitsfirmen kam es zu mehreren bewaffneten Vorfällen. Rund 37 Kilometer nordöstlich von Oman sollen zwei Patrouillenboote der Revolutionsgarden ohne Vorwarnung auf den Tanker Sanmar Herald unter indischer Flagge geschossen haben.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Das Schiff blieb zwar seetüchtig, doch an der Kommandobrücke wurden beschädigte Fenster gemeldet. Noch alarmierender sind Berichte der Sicherheitsfirma Vanguard Tech, wonach die iranischen Revolutionsgarden sogar das TUI-Kreuzfahrtschiff Mein Schiff 4 ins Visier genommen haben sollen.

Drohungen gegen Passagierschiffe

In Funkmeldungen war laut den Sicherheitsberichten von deutlichen Drohungen wie Wir werden schießen und euch zerstören die Rede. Zudem wurde ein Einschlag in der Nähe des Kreuzfahrtschiffes gemeldet, obwohl keine Schäden entstanden und sich zum Zeitpunkt des Vorfalls keine Passagiere an Bord befanden.

TUI Cruises bestätigte später lediglich, dass sowohl Mein Schiff 4 als auch Mein Schiff 5 die Straße von Hormus sicher passiert hätten. Zu den konkreten Vorwürfen äußerte sich das Unternehmen nicht weiter.

Gemischtes Bild im Schiffsverkehr

Trotz der offiziellen Blockade gelang es nach Angaben des Schifffahrtsanalysten Kpler mindestens acht Öl- und Gastankern, die Meerenge am Samstagmorgen zu passieren. Gleichzeitig zeigen Trackingdaten von MarineTraffic, dass mehrere Schiffe umdrehten – darunter vier Containerschiffe der französischen Reederei CMA CGM.

Kreuzfahrtschiffe bewegten sich weiterhin durch die Region, was auf ein uneinheitliches Durchsetzungsregime hindeutet. Die Situation bleibt für Reedereien und Schiffsbesatzungen äußerst unberechenbar.

Politische Spannungen und Verhandlungen

Der Ton zwischen Washington und Teheran hat sich deutlich verschärft. US-Präsident Donald Trump spricht von Erpressung und stellt klar, dass die Vereinigten Staaten nicht nachgeben werden. Parallel laufen im Hintergrund weiterhin indirekte Verhandlungen über neue US-Vorschläge, die über Pakistan vermittelt wurden – bislang ohne greifbares Ergebnis.

Nervöse Reaktionen an den Märkten

Die Finanzmärkte reagieren sensibel auf die Entwicklungen. Nach der kurzen Öffnung der Meerenge war der Ölpreis zunächst gefallen, nun droht erneut ein Anstieg. Energieexperte Clayton Seigle mahnt zu Vorsicht gegenüber zu großem Optimismus, selbst bei einer möglichen Einigung.

Entscheidend ist nicht, was Politiker sagen, sondern was die Tanker tatsächlich tun, betont Seigle mit Blick auf die Situation im Persischen Golf. Die Unsicherheit über die tatsächliche Durchfahrtsmöglichkeit belastet die globalen Handelsströme und Energieversorgung.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration