Nach Zopf-Rot: Bayern fordern Änderung der Haar-Regel im Fußball
Bayern fordern Änderung der Haar-Regel nach Roter Karte

Nach dem umstrittenen Platzverweis im Champions-League-Halbfinale fordern die Bayern eine Anpassung der Fußballregeln. Die Münchnerinnen sehen die Rote Karte gegen Franziska Kett als ungerecht an und verlangen eine klarere Definition, wann Haareziehen als Tätlichkeit zu werten ist.

Der Vorfall im Spiel

Am Samstagabend kam es im Halbfinale zwischen dem FC Bayern und dem FC Barcelona (1:1) zu einer entscheidenden Szene. Zehn Minuten vor Schluss griff Außenverteidigerin Franziska Kett im Zweikampf an der Seitenlinie ihrer Gegenspielerin Salma Paralluelo in die langen Haare. Schiedsrichterin Ivana Martincic zeigte sofort die Rote Karte, der VAR bestätigte die Entscheidung. Die Bayern kritisieren, dass die Aktion nicht absichtlich gewesen sei.

Bayern fordern Regeländerung

„Man muss grundsätzlich über die Regel sprechen“, forderte Frauenfußball-Chefin Bianca Rech. Sie argumentierte, dass Spielerinnen oft sehr lange Haare hätten und Kett aus einer natürlichen Bewegung heraus gehandelt habe. „Franzi kommt aus einer natürlichen Bewegung und will nach dem Trikot greifen. Dabei kommt sie irgendwie an die Haare.“ Rech betonte, dass die Rote Karte in dieser Situation diskutiert werden müsse.

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Die Bayern verweisen auf ähnliche Fälle, wie den von Nationalspielerin Kathy Hendrich bei der EM im vergangenen Sommer. Auch damals war eine Spielerin nach einem Griff in die Haare vom Platz gestellt worden. Rech erklärte: „Es ist ein Unterschied, ob man einer Spielerin am Oberkopf an den Haaren reißt oder unten irgendwo an die Haare gerät, wenn man nach dem Trikot packt.“

Ketts Mitspielerinnen verteidigen sie

Stürmerin Pernille Harder schloss eine Absicht kategorisch aus: „Franzi würde niemals mit Absicht an den Haaren ziehen.“ Die Mannschaft steht geschlossen hinter ihrer Verteidigerin und hofft auf eine Überarbeitung der Regel, um solche Situationen in Zukunft klarer bewerten zu können.

Haarregeln in anderen Sportarten

Während im Fußball bisher viel erlaubt ist, sind die Bestimmungen in anderen Sportarten strenger. Im Turnen müssen Haare eng am Kopf anliegen, um bei Überschlägen den Boden nicht zu berühren. Im Judo und Ringen müssen lange Haare nach hinten gebunden werden, und auch im Handball ist ein fester Zopf vorgeschrieben.

Kritik an der Schiedsrichterin

Nach dem Spiel äußerte Bianca Rech auch Kritik an der Schiedsrichterin Ivana Martincic. Diese hatte nicht nur Kett vom Platz gestellt, sondern auch Bayern-Trainer José Barcola nach einer Beschwerde des Feldes verwiesen und mehrere Gelbe Karten gezeigt. „Ich weiß gar nicht mehr, wie viele es waren. Sie hat Karten verteilt wie Smarties“, sagte Rech. „Die Schiedsrichterin hat die Kontrolle verloren.“

Ob die Regel tatsächlich geändert wird, bleibt abzuwarten. Die Bayern haben jedoch deutlich gemacht, dass sie eine Diskussion über die Auslegung der Haareziehen-Regel fordern.

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