Die Vizechefin des weltgrößten Herstellers von Elektroautos, BYD, hat die geplante EU-Quote für E-Autos als „verrückte Regulierung“ bezeichnet. Die Europäische Union beabsichtigt, die Förderung von Elektrofahrzeugen künftig daran zu knüpfen, dass wesentliche Teile der Fahrzeuge in Europa produziert werden. Diese Pläne stoßen bei der chinesischen Konzernführung auf scharfe Kritik.
Klare Botschaft an die Politik
In einem Interview richtete die Vizechefin von BYD eine deutliche Botschaft an die europäischen Politiker. Sie argumentierte, dass eine solche Quote den freien Handel behindere und letztlich den Verbrauchern schade. „Die Regulierung ist verrückt“, so die Managerin wörtlich. Sie betonte, dass BYD weiterhin auf globale Lieferketten setze und nicht bereit sei, sich von politischen Vorgaben in die Produktionsstrategie hineinreden zu lassen.
Hintergrund der EU-Pläne
Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, die Subventionen für Elektroautos an Bedingungen zu knüpfen, um die heimische Industrie zu stärken. So sollen nur noch Fahrzeuge gefördert werden, deren Batterien und andere Schlüsselkomponenten in Europa gefertigt werden. Ziel ist es, die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern zu verringern und die europäische Wertschöpfung zu erhöhen.
BYD, das im vergangenen Jahr 4,6 Millionen Fahrzeuge verkaufte und damit zu den fünf größten Autokonzernen der Welt zählt, sieht sich durch diese Pläne benachteiligt. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren massiv in Europa investiert und plant den Bau einer eigenen Fabrik in Ungarn. Die Vizechefin warnte jedoch davor, dass zu strenge Auflagen Investitionen gefährden könnten.
Reaktionen aus der Branche
Die Kritik von BYD kommt nicht überraschend, spiegelt aber eine breitere Debatte in der Automobilindustrie wider. Während europäische Hersteller wie Volkswagen und Stellantis die Pläne grundsätzlich begrüßen, warnen Zulieferer und Händler vor negativen Folgen für den Markt. Sie befürchten, dass die Quote zu höheren Preisen und einer geringeren Auswahl für die Kunden führen könnte.
Die EU-Kommission verteidigt ihre Pläne mit Verweis auf die Notwendigkeit, strategische Autonomie zu gewinnen. Ein Sprecher erklärte, dass die Quote ein Anreiz für Investitionen in Europa sei und langfristig Arbeitsplätze sichere. Die endgültige Entscheidung über die Verordnung wird für das kommende Jahr erwartet.



