Fritz Güldenstein (83) aus der Uckermark steht ein ereignisreicher Sommer bevor. In den kommenden Monaten tourt der Rentner mit seinen zwei- und vierrädrigen DDR-Schätzen durch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Region hat sich zu einem wahren Paradies für Liebhaber von Ost-Fahrzeugen entwickelt. Die Termine überschlagen sich: Nach der großen Oldtimer-Schau auf dem Prenzlauer Marktberg, die sein Club der Java-Freunde organisiert hatte, stehen bereits die nächsten Events an.
Junge Generation begeistert sich für DDR-Fahrzeuge
Für seine Leidenschaft nimmt der Senior weite Anfahrten in Kauf. Bisher haben ihn sein rosafarbener GST-Kübel und der betagte Wartburg nie im Stich gelassen, wie er schmunzelnd berichtet. Am vergangenen Sonnabend freute er sich besonders darüber, dass längst nicht mehr nur Menschen seiner Generation sehnsüchtig Trabis, Ladas, Simsons und Schwalben hinterherschauen. Die Szene werde zunehmend jünger. Begeistert interviewte der 83-Jährige auf dem Treffen in der uckermärkischen Kreisstadt den erst 17-jährigen Max Schulz, der an seinem Stand für den Simson-Shop Damme begehrte Moped-Teile und Zubehör anbot.
Junge Leute wie Schulz gäben ihm Hoffnung, dass die DDR-Raritäten auch künftig gehegt und gepflegt werden, betonte der Hobbybastler. Dass die Jugend dank der Simsons mit 60 km/h über Land rollen könne, sei vor allem im ländlichen Raum von großer Bedeutung, fügte er hinzu.
Lob für die Ingenieurskunst der DDR
In seiner Ansprache an das Publikum würdigte der Mittachtziger die großen Verdienste der DDR-Ingenieure. „Sie haben damals schon hervorragende Autos, Mopeds und Motorräder gebaut“, so Güldenstein. Dies wäre sicher noch ausbaufähig gewesen, „wenn sie nicht von Berlin gebremst worden wären.“
Die nächsten Gelegenheiten, die Ost-Schmuckstücke zu bewundern, bieten sich am 24. und 25. April in Finowfurt, am 1. Mai in Altentreptow, am 2. Mai in Züsedom sowie vom 13. bis 17. Mai in Anklam.



