Die Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL) sieht die Bundesliga im internationalen Vergleich trotz eines Minderkapitals von rund 15 Milliarden Euro in den vergangenen zehn Jahren gut aufgestellt. Marc Lenz, Geschäftsführer der DFL, äußerte sich im kicker kritisch zur finanziellen Entwicklung des europäischen Fußballs.
Europäischer Fußball auf Irrweg
„Der europäische Fußball ist finanziell auf einem Irrweg, da hohe Kaderkosten in vielen Ligen nicht durch Umsätze finanziert sind und durch Investoren oder Fremdkapital gedeckt werden müssen“, sagte Lenz. Er fügte hinzu: „Faktisch wurde dieses Geld im Ausland zu großen Teilen somit vielfach ‚verbrannt‘ und nicht sinnvoll eingesetzt – glücklicherweise für die Bundesliga.“
Bundesliga setzt auf anderen Weg
Die deutsche Eliteklasse sei „von diesem Kapital nicht abhängig. Dieser Investorenweg und die Abhängigkeit von Investoren zum Ausgleich von Defiziten aus dem operativen Geschäft wird auch in Zukunft nicht Bundesliga-Weg sein“, so Lenz. Wichtig sei eine Balance aus finanzieller Stabilität und gesellschaftlicher Verankerung. Insbesondere langfristige Investitionen könnten die künftige Wettbewerbsfähigkeit „enorm“ beeinflussen. „Da brauchen wir ein Umdenken – es geht eben nicht um den nächsten Stürmer, sondern unsere perspektivische Ausrichtung“, betonte Lenz.
50+1-Regel bleibt elementar
Für die Zukunft soll auch die 50+1-Regel „ein elementarer Bestandteil der Liga“ bleiben. Die DFL werde sich als Präsidium „stark für den Schutz und Fortbestand der Regel“ einsetzen. Die DFL erwarte vom Bundeskartellamt „voraussichtlich noch in diesem Jahr eine finale Bewertung“, so Lenz. Eine Arbeitsgruppe arbeite bereits „an möglichen Szenarien, um vorbereitet zu sein und bestenfalls auch Rechtsstreitigkeiten innerhalb der 36 Klubs vermeiden zu können“.



