Tank-Tipp: Sprit vormittags am günstigsten - 12-Uhr-Regel verteuert das Tanken
Sprit vormittags günstig - 12-Uhr-Regel verteuert Tanken

Günstig Tanken: Vormittags statt kurz vor 12.00 Uhr

Die Zeiten, in denen sich das Tanken am späten Abend lohnte, sind vorbei. Seit der Einführung der sogenannten 12-Uhr-Regel für Preiserhöhungen an deutschen Tankstellen hat sich der Preisverlauf für Kraftstoffe grundlegend gewandelt. Wer heute Geld sparen möchte, sollte seinen Tank am Vormittag füllen. Eine aktuelle Auswertung des ADAC belegt diese neue Realität eindrücklich.

Die neue Preisdynamik: Vormittagstief und Mittagssprung

Kurz vor dem täglichen Preissprung um 12.00 Uhr sind Superbenzin der Sorte E10 und Diesel im bundesweiten Durchschnitt um etwa 2,7 Cent pro Liter günstiger als der Tagesdurchschnittspreis. Nach dieser markanten Erhöhung dreht sich das Bild jedoch um: E10 kostet dann 6,5 Cent mehr, Diesel sogar 7,7 Cent mehr als der Tagesschnitt. Diese Schwankungen verdeutlichen, wie stark die neue Regelung den Markt beeinflusst.

Für viele Berufstätige ist das Tanken kurz vor Mittag jedoch kaum praktikabel. Die gute Nachricht: Auch wer bereits am Morgen zur Tankstelle fährt, profitiert von niedrigeren Preisen. Bereits um 8.30 Uhr, wenn der morgendliche Berufsverkehr seinen Höhepunkt erreicht, liegen die Kraftstoffpreise deutlich unter dem Tagesdurchschnitt – bei E10 um 1,7 Cent und bei Diesel um 1,4 Cent. Der finanzielle Unterschied zum letzten Drücker-Tanken kurz vor 12.00 Uhr beträgt bei einer kompletten Tankfüllung weniger als einen Euro.

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Preisentwicklung über den Tag: Schneller Abfall nach dem Sprung

Interessant ist der weitere Verlauf der Preise nach dem Mittagssprung. Sie fallen relativ schnell wieder: Schon um 14.00 Uhr liegen sie nur noch 3,8 Cent (E10) beziehungsweise 4,3 Cent (Diesel) über dem Durchschnitt. Gegen 18.15 Uhr haben beide Kraftstoffsorten den Tagesschnitt wieder unterschritten und bewegen sich knapp darunter. In der Nacht zeigen die Durchschnittspreise überraschenderweise minimale Anstiege um 22.00 und 23.00 Uhr. Dieser Effekt ist jedoch nicht auf verbotene Preiserhöhungen zurückzuführen, sondern darauf, dass viele günstige Tankstellen nachts geschlossen sind und somit nicht in die Berechnung des Durchschnittspreises einfließen.

Ab etwa 5.00 Uhr morgens beginnen die Preise erneut zu sinken und erreichen ihr Tagestief kurz vor der Mittagsmarke um 12.00 Uhr. Dieser zyklische Verlauf hat sich seit April etabliert und prägt das Tankverhalten vieler Autofahrer.

ADAC-Kritik: 12-Uhr-Regel führt zu höheren Kosten

Der ADAC bewertet die 12-Uhr-Regel, die am 1. April eingeführt wurde, ausdrücklich negativ. Nach Ansicht des Verkehrsclubs verteuert sie das Tanken insgesamt. Seit dem Start liege das Preisniveau im Verhältnis zu Ölpreis und Dollarkurs höher als zuvor. „Die Mineralölkonzerne preisen mit der einmaligen Erhöhung um 12.00 Uhr einen hohen Risikoaufschlag ein, der im Tagesverlauf nur langsam abgebaut wird“, kritisiert der ADAC scharf.

Zudem seien die Zeitfenster, in denen Autofahrer zu Preisen unter dem Tagesdurchschnitt tanken können, deutlich kürzer geworden. Im alten Modell hätten Verbraucher länger und häufiger von günstigeren Tarifen profitieren können. Der ADAC hatte bereits vor der Einführung der Regel vor genau diesen negativen Effekten gewarnt – eine Prognose, die sich nun zu bestätigen scheint.

Aktuelle Preislage: Stagnation nach Osterhochs

Betrachtet man die aktuellen Spritpreise, zeigt sich eine Phase der Stagnation. Im bundesweiten Tagesschnitt kostete ein Liter E10 am Montag 2,061 Euro – das sind 0,2 Cent mehr als am Sonntag. Ein Liter Diesel wurde mit 2,147 Euro notiert, was einem Rückgang von 0,5 Cent gegenüber dem Vortag entspricht. Zwar sind die Preise seit ihren Höchstständen rund um Ostern deutlich gefallen, insbesondere beim Diesel. In jüngster Zeit hat sich diese Dynamik jedoch stark abgeschwächt, und die Kraftstoffkosten bewegen sich auf einem vergleichsweise stabilen, aber nach wie vor hohen Niveau.

Fazit: Die 12-Uhr-Regel hat das Tankverhalten in Deutschland nachhaltig verändert. Während das Vormittagstanken nun lukrativ ist, kritisiert der ADAC die insgesamt höheren Kosten und kürzeren günstigen Zeitfenster. Autofahrer sollten ihre Tankstrategie anpassen, um von den niedrigeren Vormittagspreisen zu profitieren.

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