Chemiewerk Leuna gerettet: Hunderte Arbeitsplätze gesichert durch Notlösung
Chemiewerk Leuna gerettet: Hunderte Jobs gesichert (02.04.2026)

Chemiewerk in Leuna in letzter Minute vor Stilllegung bewahrt

Eine monatelange Unsicherheit für Hunderte Beschäftigte des belgischen Chemieunternehmens Domo Chemicals hat ein positives Ende gefunden. Das Chemiewerk in Leuna, das seit Ende Dezember 2025 von der Insolvenz bedroht war, wurde nun durch eine neu gegründete Auffanggesellschaft übernommen und damit vor der endgültigen Schließung bewahrt.

Rettung in letzter Sekunde für einen wichtigen Arbeitgeber

Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther bestätigte die Übertragung des Werks an die Leuna Polyamid GmbH, die gemeinsam von InfraLeuna und dem Unternehmen Leuna-Harze gegründet wurde. „Das war Rettung in letzter Minute in einem in jeder Hinsicht ungewöhnlichen Verfahren“, kommentierte Flöther die Entwicklung. Domo Chemicals zählt zu den größten Chemie-Arbeitgebern in Sachsen-Anhalt und hatte aufgrund finanzieller Engpässe Insolvenz für seine deutschen Tochterfirmen angemeldet.

Der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) zeigte sich erleichtert: „Für uns als Land ist das jetzt eine sehr, sehr gute Lösung.“ Das Werk in Leuna produziert vor allem Kunststoffe, die in der Automobilindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikbranche weiterverarbeitet werden.

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Land finanzierte Notbetrieb mit 80 Millionen Euro

Um eine irreversible Schädigung der technischen Anlagen zu verhindern, hatte das Land Sachsen-Anhalt den Notbetrieb am Standort Leuna bis zum 31. März 2026 finanziert. Die Kosten beliefen sich auf rund 80 Millionen Euro. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters erklärte: „So eine Anlage lässt sich technisch nicht ohne Weiteres in den Notbetrieb versetzen. Da kann nicht einfach der Aus-Knopf gedrückt werden.“

Seit dem 1. April 2026 übernimmt die Leuna Polyamid GmbH den Geschäftsbetrieb vollständig. Von den zuletzt etwa 500 Beschäftigten bleiben 436 Mitarbeiter erhalten. 39 Beschäftigten musste betriebsbedingt gekündigt werden, weitere hatten das Unternehmen bereits zuvor verlassen.

Zukunft des Werks und weiterer Standorte

Die neue Auffanggesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die Wirtschaftlichkeit des Werks wiederherzustellen. Parallel dazu wird weiterhin nach einem Investor für den insolventen Domo-Standort in Premnitz (Brandenburg) gesucht, wo rund 70 Mitarbeiter beschäftigt sind. Insolvenzverwalter Flöther äußerte die Hoffnung, dass innerhalb der nächsten vier Wochen eine Lösung für diesen Standort im Landkreis Havelland gefunden werden kann.

Die Rettung des Leunaer Werks unterstreicht die Bedeutung der Chemieindustrie für die regionale Wirtschaft und sichert nicht nur Hunderte Arbeitsplätze, sondern auch die Lieferketten für wichtige Branchen wie die Automobil- und Elektronikindustrie.

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