Iran-Krieg könnte Treibstoffversorgung gefährden: Wirtschaftsministerin warnt vor Engpässen
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat auf der Energiekonferenz CeraWeek in Houston, Texas, vor möglichen Versorgungsengpässen bei Treibstoffen als Folge des anhaltenden Iran-Krieges gewarnt. Die Ministerin betonte, dass es derzeit zwar keine physischen Engpässe in Deutschland gebe, die Preise für Benzin, Diesel und Flugzeugtreibstoff jedoch bereits stark gestiegen seien.
Worst-Case-Szenario für April oder Mai
Reiche erklärte, sollte der militärische Konflikt im Nahen Osten nicht beendet werden, könnten im schlimmsten Fall bereits im April oder Mai Engpässe bei der Kraftstoffversorgung auftreten. Das Bundeswirtschaftsministerium präzisierte auf Nachfrage, dass sich diese Aussage auf ein Worst-Case-Szenario beziehe, das eine unverminderte militärische Auseinandersetzung in Verbindung mit einer dauerhaften Unpassierbarkeit der strategisch wichtigen Straße von Hormus voraussetze.
Ministerium betont: Aktuell keine physischen Engpässe
Das Ministerium wies darauf hin, dass die Lieferketten derzeit funktionierten und Deutschland unter anderem mit Rohöl aus Kasachstan und Norwegen versorgt werde. „Wir sehen keine physischen Engpässe in Deutschland“, hieß es aus Berlin. Die aktuelle Situation sei zudem nicht mit der Energiekrise des Jahres 2022 vergleichbar, als Russland quasi über Nacht die Gaslieferungen eingestellt habe und Deutschland in hohem Maße von russischen Energielieferungen abhängig gewesen sei.
Versorgungslage bereits deutlich angespannt
Der Mineralölverband en2x bestätigte, dass aktuell keine unmittelbaren Lieferengpässe bei Benzin, Diesel oder Heizöl drohten. Allerdings sei die Versorgungslage weltweit und damit auch in Deutschland aufgrund des Nahostkonflikts bereits deutlich angespannt. Der Verband unterstützte die Warnung der Wirtschaftsministerin vor weiteren möglichen Auswirkungen des Konflikts auf die Energieversorgung.
Kraftstoffpreise seit Kriegsbeginn stark gestiegen
Seit Beginn des Iran-Krieges haben sich die Kraftstoffpreise in Deutschland erheblich verteuert. Der Preis für Diesel ist um mehr als 50 Cent pro Liter gestiegen, während Superbenzin sich um rund 30 Cent verteuerte. Der Dieselpreis lag zuletzt nur knapp unter seinem Allzeithoch aus dem März 2022, der kurz nach Beginn des Ukraine-Krieges erreicht wurde. In den vergangenen Tagen hatte sich allerdings eine leichte Entspannung bei den Spritpreisen abgezeichnet.
Die Bundesregierung und die Energiewirtschaft beobachten die Entwicklung im Nahen Osten weiterhin mit großer Aufmerksamkeit und bereiten sich auf verschiedene Szenarien vor, um die Energieversorgung in Deutschland sicherzustellen.



