Kasachstan leitet Druschba-Öl über russische Häfen um
Kasachstan umgeht Druschba-Sperre über russische Häfen

Astana - Kasachstan plant, aufgrund der Probleme an der Druschba-Pipeline 260.000 Tonnen Rohöl, die ursprünglich für die Raffinerie Schwedt bestimmt waren, über russische Ölhäfen umzuleiten. Dies gab eine Vertreterin des kasachischen Energieministeriums gegenüber der Nachrichtenagentur Kazakhstan Today bekannt. Konkret sollen 100.000 Tonnen über den Ostseehafen Ust-Luga und 160.000 Tonnen über das System des Kaspischen Pipeline-Konsortiums (CPC) transportiert werden.

Umleitung über Seehäfen

Ust-Luga ist einer der bedeutendsten russischen Ölumschlagplätze an der Ostsee. Das Kaspische Pipeline-Konsortium betreibt eine Pipeline, die vom Ölfeld Tengiz im Nordwesten Kasachstans bis zum Schwarzmeerhafen Noworossijsk führt. In beiden Fällen wird das Öl auf Schiffe verladen und auf dem Seeweg weitertransportiert. Das kasachische Energieministerium betont, dieser Schritt diene der Sicherung der Exportstabilität und der unterbrechungsfreien Belieferung der Weltmärkte. Ob die Lieferungen tatsächlich weiterhin nach Schwedt gehen, geht aus den offiziellen Verlautbarungen nicht eindeutig hervor.

Hintergrund der Pipeline-Sperre

Bislang lieferte Kasachstan sein Öl über die durch Russland führende Druschba-Pipeline nach Deutschland. Im Jahr 2025 waren es 2,1 Millionen Tonnen, für 2026 waren sogar rund drei Millionen Tonnen geplant. Das Rohöl versorgte vor allem die Raffinerie Schwedt bei Berlin. Russland hat jedoch angekündigt, ab dem 1. Mai kein kasachisches Öl mehr über diese Route weiterzuleiten. Als Grund werden technische Schwierigkeiten genannt, ohne einen Zeitrahmen für deren Behebung zu nennen.

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Deutschland sucht Alternativen

Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin teilte mit, man stehe in Gesprächen mit Polen, um kurzfristige und temporäre Ersatzlieferungen über Danzig zu prüfen. Die Bundesregierung sei bereit, die Raffinerie Schwedt dabei zu unterstützen, die ausfallenden Rohöllieferungen durch alternative Bezugswege zu ersetzen. Das Ministerium betonte, dass die Versorgungssicherheit mit Mineralölprodukten in Deutschland durch das Ausbleiben der kasachischen Lieferungen nicht gefährdet sei, auch wenn die PCK-Raffinerie in Schwedt voraussichtlich mit geringerer Kapazität arbeiten müsse.

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