Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat sich eine Herkulesaufgabe vorgenommen. Bei ihrem Besuch in der PCK-Ölraffinerie in Schwedt (Brandenburg) kündigte sie an, ein deutschlandweites Raffineriekonzept zu erarbeiten, um alle Standorte zu erhalten. Diese Ankündigung markiert einen Kurswechsel weg von der üblichen Jammer-Rhetorik hin zu einer tatkräftigen Industriepolitik.
Versorgungssicherheit als oberstes Ziel
Laut aktuellen Daten gibt es in Deutschland 57 Raffinerien, die importiertes Rohöl verarbeiten. Sie produzieren Benzin, Diesel, Kerosin, Heizöl, Flüssiggase und petrochemische Grundstoffe. Zu den größten zählen die PCK an der deutsch-polnischen Grenze und Miro in Karlsruhe. Deutschland ist der größte Raffineriestandort in der EU, mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von rund 89 Millionen Tonnen.
Das Bundeswirtschaftsministerium betont, dass internationale Krisen und geopolitische Konflikte die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen. Daher bleibe die Versorgungssicherheit das oberste Handlungsziel der Bundesregierung.
Innovation und Wertschöpfung im Fokus
Die Raffinerien seien das Zentrum eines weit gespannten Versorgungs- und Wertschöpfungsnetzes. Eine Sprecherin räumte ein, dass die sinkende Nachfrage nach Kraftstoffen im Straßenverkehr einige Raffinerien vor Herausforderungen stelle. „Wir wollen Innovationen vorantreiben, günstige Investitionsbedingungen für nachhaltige Kraft- und Grundstoffe schaffen und das deutsche Wertschöpfungsnetz sowie die industriellen Kerne erhalten“, so das Ministerium.
Die geplante Raffineriestrategie soll all dies bündeln. Derzeit laufen interne Gespräche, gefolgt von Diskussionen mit Stakeholdern. Die Strategie soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden.



