Emirate verlassen das Ölkartell
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben ihren Austritt aus der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) zum 1. Mai 2026 angekündigt. Der Schritt erfolgt mitten im Iran-Konflikt und schwächt das Kartell erheblich. Die VAE sind der drittgrößte Produzent innerhalb der Opec und verfügen über eine Tagesproduktion von rund 4,8 Millionen Barrel. Ohne die Quotenbindung wollen die Emirate ihre Exporte und Produktion ausweiten.
Warum jetzt?
Die Opec hat während des Iran-Kriegs zunehmend an Einfluss verloren. Mitglieder wie Iran und Saudi-Arabien sind verfeindet, die Blockade der Straße von Hormus behindert die Exporte massiv. Die VAE sehen sich besser aufgestellt: Sie können mehr als die Hälfte ihrer Ölexporte über eigene Routen umleiten und das Kartell als hinderlich empfinden.
Auswirkungen auf den Spritpreis
Kurzfristig erwarten Experten keine Entlastung an den Zapfsäulen. Der Ölpreis für Brent lag am Dienstag zwischen 107 und 111,9 Dollar pro Barrel, leicht über dem Vortag. Der Austritt entferne eine tragende Säule der Opec, sagt US-Experte Andrew Lipow. Langfristig könnte die Aussicht auf höhere Fördermengen aus den Emiraten die Preise jedoch drücken, meint Fred Scala von FXAQ.
Geopolitischer Gewinn für die USA
US-Präsident Donald Trump könnte von der Entwicklung profitieren. Er hat die Opec wiederholt für künstlich hohe Ölpreise kritisiert und will die USA als führende Fördernation etablieren. Der Austritt der VAE könnte Trumps Bemühungen stützen, die Ölpreise zu senken und die Weltwirtschaft zu entlasten.



