VNG bilanziert 2025: Solide Zahlen, aber Sorgen beim Wasserstoff-Ausbau
Der ostdeutsche Energiekonzern VNG hat das Geschäftsjahr 2025 mit stabilen Ergebnissen abgeschlossen, warnt jedoch eindringlich vor erheblichen Verzögerungen beim Ausbau klimafreundlicher Gase. Insbesondere der geplante Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft verläuft nach Unternehmensangaben deutlich langsamer als politisch vorgesehen. Vorstandschef Ulf Heitmüller betonte in Leipzig, dass Investitionen nur bei verlässlichen regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen getätigt werden können.
Politische Unsicherheiten bremsen Investitionen
VNG setzt weiterhin strategisch auf Biogas und Wasserstoff, sieht den notwendigen Umbau der Energieversorgung jedoch durch unsichere politische Vorgaben gebremst. „Die verstärkte Nutzung von Wasserstoff verläuft deutlich langsamer als politisch geplant“, erklärte Heitmüller. Das Unternehmen fordert daher dringend verlässliche Rahmenbedingungen, um die erforderlichen Investitionen in Wasserstoff, Biogas und die entsprechende Infrastruktur auszulösen. Jede Investitionsentscheidung werde konsequent auf regulatorische Verlässlichkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft.
Stabile Geschäftszahlen trotz schwierigem Umfeld
Im operativen Geschäft konnte VNG trotz geopolitischer Unsicherheiten und marktlicher Herausforderungen eine solide Performance vorweisen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) belief sich 2025 auf 422 Millionen Euro, nach 430 Millionen Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis sank leicht auf 200 Millionen Euro (2024: 232 Millionen Euro). Der Umsatz stieg hingegen deutlich auf rund 18 Milliarden Euro an, nach etwa 16 Milliarden Euro im Jahr 2024. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 33 auf 41 Prozent, und insgesamt investierte der Konzern 244 Millionen Euro.
Herausforderungen bei Gasspeicherbefüllung
Neben den Sorgen beim Wasserstoff-Ausbau sieht VNG auch bei den Gasspeichern erhebliche Herausforderungen. Die Speicher in Deutschland sind derzeit nur zu gut 20 Prozent gefüllt. Heitmüller erläuterte, dass Gas nur dann eingespeichert werde, wenn dies wirtschaftlich sinnvoll sei. Aktuell erschweren ungewöhnliche Preisentwicklungen auf den Energiemärkten die planmäßige Befüllung erheblich. Der Konzern sieht hier die Politik in der Pflicht, da der Markt allein die notwendige Speicherfüllung nicht immer sicherstellen könne. Diskutiert werden unter anderem strategische Gasreserven oder alternative Modelle zur Absicherung für künftige Krisenzeiten.
Ausblick auf den nächsten Winter
Der Blick auf den kommenden Winter bereitet dem Unternehmen ebenfalls Sorgen. Trotz der wirtschaftlich stabilen Position und der soliden Bilanz für 2025 bleiben die Unsicherheiten beim Ausbau klimafreundlicher Gase und bei der Gasspeicherung zentrale Herausforderungen. VNG betont, dass ohne verbesserte politische Rahmenbedingungen und klare Signale die Energiewende ins Stocken geraten könnte. Der Konzern fordert daher von der Politik nicht nur verlässliche Vorgaben, sondern auch beschleunigte Entscheidungen, um Investitionen in nachhaltige Energieinfrastrukturen zu ermöglichen.



