Dieselpreis erreicht mit 2,327 Euro Allzeithoch trotz neuer Tankstellen-Regel
Dieselpreis auf Rekordhoch trotz neuer Tankstellen-Regel

Dieselpreis klettert auf historische 2,327 Euro trotz neuer Regulierung

Am ersten Geltungstag der umstrittenen "Einmal-am-Tag"-Regel hat der Dieselpreis in Deutschland ein neues Allzeithoch erreicht. Nach aktuellen Daten des ADAC stieg der Preis am Mittwoch auf 2,327 Euro pro Liter und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem März 2022 um 0,6 Cent. Auch Superbenzin E10 verteuerte sich deutlich und erreichte mit einem bundesweiten Durchschnittspreis von 2,129 Euro je Liter einen neuen Jahreshöchststand. Beide Werte sind nicht inflationsbereinigt.

Neue Tankstellen-Regel zeigt gegenteilige Wirkung

Die Bundesregierung hatte mit der "Einmal-am-Tag"-Regel eigentlich starke Preisanstiege an Tankstellen eindämmen wollen. Das am Mittwoch in Kraft getretene Gesetz erlaubt Tankstellenbetreibern nur noch eine tägliche Preiserhöhung um 12 Uhr, während Preissenkungen jederzeit möglich bleiben sollen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro. Doch statt der erhofften Dämpfung erreichten die Spritpreise am ersten Tag neue Höchststände.

ADAC-Experten kritisieren die jüngsten Preiserhöhungen als unangemessen, zumal der Rohölpreis zwischen dem 31. März und 1. April gesunken war. Ein Preisexperte des Autoclubs in München erklärte, Mineralölkonzerne würden im Zweifel einen Risikoaufschlag vornehmen, da sie Kraftstoffpreise nun nur noch einmal täglich erhöhen können. Es sei "nun Aufgabe des Bundeskartellamtes, Mineralölkonzerne zur Mäßigung zu bewegen".

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Verbraucherschützer sehen kaum Entlastung für Berufstätige

Ramona Pop, Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, äußerte sich skeptisch: "Aktuell sieht es nicht danach aus, dass die neue Regel Tanken wirklich günstiger macht." Zwar könnten Verbraucher sparen, wenn sie am späten Vormittag tanken, doch "diese Zeit ist für die meisten Berufstätigen allerdings ungünstig".

Ökonomen sehen in der neuen Regel vor allem einen Transparenzeffekt. Es sei nun leichter, Preise zu vergleichen. Allerdings besteht das Risiko, dass Tankstellen zunächst kräftig aufschlagen, um sich dann von oben an den Marktpreis heranzutasten.

Weitere Preisanstiege drohen durch internationale Entwicklungen

Ein Ende des Preisanstiegs ist nicht in Sicht. Internationale Entwicklungen treiben die Ölpreise weiter in die Höhe. Nach der jüngsten Rede von Donald Trump zur Lage der Nation und enttäuschten Hoffnungen auf ein rasches Kriegsende stieg der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni im frühen Handel um mehr als sechs Prozent.

Das vom Bundestag verabschiedete Spritpreispaket bringt immerhin mehr Transparenz in die Preisgestaltung der Mineralölkonzerne. Bei stark steigenden Preisen ist nun die kartellrechtliche Beweislast umgekehrt: Unternehmen müssen darlegen, dass ihre Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt sind. Das Kartellamt kann Preisaufschläge im Großhandel zudem schneller überprüfen und stoppen.

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