Getränkepreise in Rostock steigen weiter: Händler Heidebrecht sieht keine Entspannung
Getränkepreise in Rostock: Händler sieht keine Entspannung

Getränkepreise in Rostock: Händler Heidebrecht sieht keine Entspannung

Wenn Axel Heidebrecht über die aktuelle Preisentwicklung spricht, wird die wirtschaftliche Realität für Getränkehändler in Mecklenburg-Vorpommern deutlich. „Wir zahlen aktuell rund 35.000 Euro pro Monat mehr für Sprit als im Vorjahr“, erklärt der 57-jährige Chef von Getränkeland. „Seit Beginn des Iran-Krieges haben wir unsere Verkaufspreise aber nicht wegen Diesel angehoben.“ Dennoch sind Bier und andere Getränke für die Kunden teurer geworden.

Industriepreiserhöhungen treiben die Kosten

Heidebrecht leitet das Familienunternehmen, das sein Vater Rüdiger 1991 aufgebaut hat und in dem mittlerweile auch Sohn Fabian mitarbeitet. „Was die Kunden im Regal sehen, kommt von Industriepreiserhöhungen – und davon gab es Anfang des Jahres bereits eine ganze Menge“, erläutert der Unternehmer. Von dienstags bis donnerstags ist er jede Woche in Elmenhorst bei Rostock, wo sich die Verwaltungszentrale von Getränkeland befindet.

Der Getränkehändler beobachtet das deutsche Spritpreis-Roulette mit Sorge. „Als ich losfuhr, sah ich, dass der Liter dort 2,05 Euro kostet. Auf der A20 lag der Preis bei den Tankstellen bei 2,15 Euro und hier auf dem Land bei Rostock liegt er ebenfalls bei 2,15 Euro.“ Diese drastischen regionalen Unterschiede kann er sich nicht erklären, aber sie beeinflussen seine Arbeit erheblich.

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Bayerisches Bier und italienisches Wasser werden teurer

Die Preiserhöhungen betreffen verschiedene Produktgruppen:

  • Bayerisches Bier ist deutlich teurer geworden
  • Italienisches Mineralwasser hat ebenfalls Preissteigerungen erfahren
  • Die erhöhten Kosten werden an die Verbraucher weitergegeben

Ein stärkerer Fokus auf lokale Getränkeproduzenten wäre zwar naheliegend, doch Heidebrecht weiß: „Aber am Ende wollen die Leute im italienischen Restaurant dann eben doch S. Pellegrino trinken.“ Die Kundenerwartungen bleiben hoch, auch bei steigenden Preisen.

Politische Worte ohne Taten

Einige Politiker in Mecklenburg-Vorpommern kennt Heidebrecht persönlich, doch er betont: „Solange sie den Preisanstieg bedauern, aber nichts Effektives dagegen tun, sind die Worte bedeutungslos.“ Für den Unternehmer zählen konkrete Maßnahmen mehr als wohlklingende Erklärungen.

E-Mobilität noch keine praktikable Alternative

Besonders herausfordernd ist die Situation für Heidebrecht, da er auch das Dienstleistungsunternehmen KaDiSe in Kavelstorf bei Rostock besitzt, das die Getränkeland-Filialen beliefert. 70 Fahrzeuge, davon 27 große 40-Tonner-Lastwagen, müssen regelmäßig betankt werden – eine enorme finanzielle Belastung bei den aktuellen Spritpreisen.

Echte Alternativen scheinen nicht in Sicht. Wenn Heidebrecht über E-Mobilität spricht, schwingt Ernüchterung mit. „Seit fünf Jahren bemühen wir uns vergeblich um Ladesäulen am Standort.“ Die Strominfrastruktur sei nicht ausreichend, und aktuell werde zwar ein E-Lkw erprobt, doch offene Punkte bleiben:

  1. Lange Ladezeiten
  2. Unzureichende Infrastruktur
  3. Höhere Anschaffungskosten

„Für Spediteure, die für Getränkeland fahren, bedeuteten Standzeiten an Ladesäulen zusätzliche Kosten“, betont Heidebrecht die praktischen Herausforderungen.

Service als Antwort auf Preissteigerungen

Axel Heidebrecht ist überzeugt, dass die erhöhten Preise der Getränkehersteller nicht mehr sinken werden. „Das ist eine Illusion.“ Daher setzt er auf bessere Leistungen für die Kunden. „Wir konkurrieren mit Supermärkten und Discountern, aber wir bieten Service, schnelle Pfandrücknahme und Erreichbarkeit – das ist unser Gegenpol zum reinen Preiswettbewerb.“

Auf Hinweise zu günstigeren Angeboten bei der Konkurrenz reagiert er mittlerweile gelassen: „Oft liegt es an zeitversetzten Industriepreisen – wir setzen schnell um, andere später.“ Für den Rostocker Getränkehändler bleibt der Fokus auf Qualität und Service, während die Preise für Bier und andere Getränke voraussichtlich hoch bleiben werden.

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