IW: Iran-Krieg zeigt erste Auswirkungen auf Wohnungsmarkt
IW: Iran-Krieg beeinflusst Wohnungsmarkt

Der Iran-Krieg zeigt nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erste Auswirkungen auf den deutschen Wohnungsmarkt. Während die Immobilienpreise kaum noch steigen, verschärft sich der Druck auf die Mieter.

Preisentwicklung im ersten Quartal

Im ersten Quartal verteuerten sich Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland im Vergleich zum Vorquartal nur um 0,1 Prozent, wie der Wohnindex des IW zeigt. Auf Jahressicht stiegen die Preise für Eigentumswohnungen um 2,5 Prozent, während Ein- und Zweifamilienhäuser mit 0,7 Prozent nur leicht zulegten.

Einfluss des Iran-Kriegs

„Der Krieg im Iran und die damit verbundenen Steigerungen der Energiepreise, insbesondere von Öl, zeigen erste Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt“, erklärte das IW. Der Kapitalmarkt reagiere schnell, und die Zinsen für Kredite mit langfristiger Zinsbindung seien aufgrund von Inflationsängsten bereits um rund 0,3 Prozentpunkte gestiegen. Zugleich bestünden Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung. „Gerade die nun deutlich langsamere Entwicklung der Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser belegt die nachlassende Nachfrage privater Haushalte.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Regionale Unterschiede

Allerdings gibt es laut IW große regionale Unterschiede: Während in Köln (+5,1 Prozent), Frankfurt (+3,9 Prozent) und Essen (+3,6 Prozent) die Kaufpreise auf Jahressicht deutlich anstiegen, blieben sie in München nahezu stabil (-0,3 Prozent). Im Quartalsvergleich überwiegen leicht sinkende oder stagnierende Preise. Das IW analysiert für seinen Wohnindex rund 8 Millionen Miet- und 3,7 Millionen Kaufangebote.

Belastung durch höhere Zinsen

Das IW wies auf die gestiegenen Zinsen hin. Die Erschwinglichkeit von Immobilien sinke dadurch, was die Nachfrage nach Wohneigentum dämpfe und die Spielräume für Preissteigerungen begrenze. Zugleich dürften höhere Zinsen und Baukosten infolge des Nahostkriegs den Neubau belasten, was den Druck auf die Mieten weiter verschärfe.

Mietentwicklung

Für das erste Quartal verzeichnete das IW bei den Neuvertragsmieten ein Plus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal und von 0,6 Prozent zum Vorquartal. Kräftige Mietanstiege gab es im Umland der sieben Metropolen (+4,2 Prozent), in Großstädten (+3,8 Prozent) sowie im Umland von Großstädten (+3,9 Prozent). Unter den Metropolen stiegen die Mieten besonders stark in Düsseldorf, Köln und Hamburg mit mehr als fünf Prozent.

Vergleich mit Ukraine-Krieg

Im Ukraine-Krieg 2022 hatten stark steigende Zinsen und Baukosten die Immobilienpreise sinken lassen, der jahrelange Boom war beendet. „Anders als 2022 wird der aktuelle Energiepreisschock aber zu keiner scharfen Preiskorrektur führen“, meint das IW. Denn die Zinsen lägen auf einem deutlich höheren Niveau und die Energiepreise stiegen weniger stark als damals.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration