Sonnenschein lässt Butterpreis in Deutschland abstürzen
Sonnenschein lässt Butterpreis abstürzen

Der Butterpreis in Deutschland erlebt einen dramatischen Preissturz. Nachdem Lidl den Preis für das 250-Gramm-Stück von 1,19 Euro auf 1,05 Euro gesenkt hatte, zog nun auch Aldi nach und verlangt ebenfalls nur noch 1,05 Euro. Für Verbraucher ist das eine erfreuliche Nachricht in einer Zeit, in der viele Lebensmittel teurer werden. Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist das anhaltend schöne Wetter.

Warum der Butterpreis sinkt

Erst vor wenigen Wochen hatten die Discounter den Butterpreis um rund 20 Cent angehoben, doch nun geht es wieder bergab. Die Ursache liegt in einer anhaltenden Überproduktion von Butter in der Europäischen Union. Das gute Wetter verbessert die Futterqualität, was den Fettanteil in der Rohmilch der Kühe erhöht. Dadurch steigt die Butterproduktion weiter an. Hans Foldenauer vom Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter (BDM) erklärte gegenüber BILD: „Aktuell werden zwischen 5 und 7 Prozent mehr Milch erzeugt, je nach EU-Mitgliedsland. Durch den höheren Fettgehalt braucht man für ein Kilogramm Butter weniger Milch.“ Der Lebensmitteleinzelhandel, die verarbeitende Industrie und Exporteure nutzen diese Situation aus und drücken die Preise.

Auswirkungen auf die Bauern

Die niedrigen Butterpreise haben schwerwiegende Folgen für die Milchbauern. Milchbäuerin Heike Riecken aus Schleswig-Holstein, die einen Betrieb mit 180 Kühen führt, berichtet: „Wir bekommen noch 32 Cent für den Liter Milch. Davon können wir nicht leben. Wir zahlen seit Wochen drauf.“ Sie produziert jährlich 1,8 Millionen Liter Milch, etwa 150.000 Liter pro Monat. Jeder Cent zählt: „Wenn der Preis um 10 Cent sinkt, verliere ich 15.000 Euro. Im Oktober bekamen wir 50 Cent für den Liter, seitdem ging es kontinuierlich runter auf jetzt 32 Cent.“

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Politikversagen als Ursache

Der Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter macht für die desaströse Lage der Bauern vor allem politische Fehler verantwortlich. „Wir haben es hier mit einem massiven Politikversagen zu tun. Seit vielen Jahren trimmt Brüssel die Landwirtschaft immer mehr auf Masse“, sagte BDM-Sprecher Hans Foldenauer. Die Butterpreise liegen heute wieder auf dem Niveau von vor zehn Jahren. „Wir verlieren so weiter Milchbetriebe, Arbeitsplätze und Dorfkultur.“ Alle paar Jahre werde angekündigt, endlich zu handeln, aber es passiere nichts. Die Milch werde künftig aus dem Ausland kommen. „Lebensmittelversorgungssicherheit sieht anders aus, aber Deutschland kennt sich ja aus mit Abhängigkeiten“, so Foldenauer.

Das Wetter in Deutschland bleibt voraussichtlich schön, sodass Butter vorerst billig bleiben dürfte.

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