Weltweiter Weinkonsum fällt auf niedrigsten Stand seit 1957
Weinkonsum weltweit auf tiefstem Stand seit 1957

Der weltweite Weinkonsum ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1957 gesunken. Wie die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) mitteilte, wurden 2025 nur noch 208 Millionen Hektoliter Wein getrunken. Das entspricht einem Rückgang von 2,7 Prozent im Vergleich zu 2024 und sogar 14 Prozent weniger als im Jahr 2018.

Gründe für den Rückgang

Die OIV führt die sinkende Nachfrage auf mehrere Faktoren zurück: Veränderungen in den Lebens- und Trinkgewohnheiten, wirtschaftliche Unsicherheit und eine wachsende Vielfalt alkoholischer Getränke. Hinzu kommen Klimaschwankungen, die die Weinproduktion beeinträchtigen. Die Weinindustrie sei 2025 mit einer „Kombination von Klimaschwankungen, sinkender Nachfrage und zunehmender Handelsunsicherheit“ konfrontiert gewesen, so die Organisation.

Einbrüche in den wichtigsten Märkten

In neun der zehn größten Weinmärkte ging der Konsum zurück. Besonders stark betroffen waren China, Frankreich und die USA. In den Vereinigten Staaten, dem weltweit größten Weinmarkt, sank der Absatz um 4,3 Prozent. Die OIV macht dafür schwindende Kaufkraft, geringeren Konsum bei jungen Erwachsenen und eine größere Auswahl an alkoholischen Getränken verantwortlich. Die Auswirkungen der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle seien noch schwer abzuschätzen.

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In Frankreich, dem zweitgrößten Weinmarkt der Welt und wichtigsten in Europa, fiel der Konsum auf 22 Millionen Hektoliter – ein Minus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch drastischer war der Rückgang in China: Hier sank der Weinkonsum um 13 Prozent, was einem Einbruch von 61 Prozent seit 2020 entspricht. Die OIV betont, dass der chinesische Markt besonders preissensibel sei. 2020 belegte China noch den sechsten Platz unter den Weinmärkten, heute liegt es auf Rang elf.

In Italien, dem zweitwichtigsten Weinland Europas mit einem Konsum von 20,2 Millionen Hektolitern, betrug der Rückgang 9,4 Prozent. Deutschland, das drittwichtigste Weinland in Europa, verzeichnete einen Rückgang um 4,3 Prozent auf 17,8 Millionen Hektoliter.

Wachstumsmärkte und Ausblick

Trotz des allgemeinen Abwärtstrends gab es auch positive Entwicklungen: Zu den wichtigsten Wachstumsmärkten für 2025 zählten Portugal, Brasilien, Japan sowie Teile Ost- und Mitteleuropas. Die OIV sieht jedoch weiterhin Herausforderungen für die Weinbranche, darunter Klimawandel, veränderte Konsumgewohnheiten und wirtschaftliche Unsicherheit. Die geringste Ernte seit 2010 und die anhaltende Krise im deutschen Weinanbau verdeutlichen die schwierige Lage der Branche.

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